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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtBetreiber einer illegalen Manga-Webseite zu 3 Jahren Haft verurteilt

Mann wurde 2019 im Ausland gefasst

Betreiber einer illegalen Manga-Webseite zu 3 Jahren Haft verurteilt

Der 29-jährige Betreiber der Webseite Manga-Mura wurde in Japan zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

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Das Bezirksgericht Fukuoka befand den Mann der Urheberrechtsverletzung für schuldig, weil er die Website betrieben hatte, die der Manga-Industrie Verluste von über 300 Milliarden Yen (ca. 2,2 Milliarden Euro) verursacht haben soll, und verhängte eine Geldstrafe von 10 Millionen Yen (ca. 74.794 Euro).

62 Millionen Yen wurden mit der Manga-Webseite verdient

Der Vorsitzende Richter Hiroshi Kambara ordnete außerdem die Konfiszierung von etwa 62 Millionen Yen (ca. 463.698 Euro) an Erträgen an, die der Mann auf Bankkonten im Ausland versteckt hat.

Bei der Urteilsverkündigung sagte der Richter, dass der Betrieb der mittlerweile geschlossenen Webseite, das „Risiko birgt, die Profilstruktur urheberrechtlich geschützter Werke grundlegend zu zerstören und die Entwicklung der Kultur massiv zu behindern.“

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Die Verteidigung argumentierte während des Prozesses, dass die Handlungen gar keine Straftat darstellten, da viele der Manga bereits auf anderen Webseiten zu sehen waren.

Der Betreiber der Manga-Webseite wurde auf den Philippinen gefasst, nachdem er auf einer internationalen Fahndungsliste ausgeschrieben wurde. Im September 2019 wurde er nach Japan abgeschoben.

Manga-Mura wurde im April 2018 abgeschaltet, einen Monat bevor sich der Betreiber absetzte.

Die Staatsanwaltschaft hatte eigentlich 54 Monate Gefängnis und eine Geldstrafe von 10 Millionen Yen und die Beschlagnahmung der Einnahmen gefordert, die über Online-Werbung auf der Webseite verdient wurde.

Urteil wird von Manga-Verlagen begrüßt

Ein Sprecher des Verlagshauses Shueisha Inc. nannte die Gefängnisstrafe „angemessen“.

„Wenn ein Werk, in das Autoren ihr Herzblut gesteckt haben, für die Öffentlichkeit frei zugänglich ist, schadet das dem Umfeld, in dem interessante Werke entstehen“, so der Sprecher in einer Pressekonferenz nach dem Urteil.

Shueisha ist der Herausgeber von „One Piece“ und „Kingdom“ sowie von vielen anderen beliebten Manga-Serien.

Der Sprecher fügte hinzu, dass er hofft, dass das Urteil die Leute davon abhalten wird, Mangas illegal ins Internet zu stellen.

Obwohl Manga-Mura abgeschaltet wurde, gibt es immer noch zahlreiche Websites, die das Urheberrecht verletzen.

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