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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtDisziplinarantrag gegen Nachfolgegruppe der Aum-Sekte abgelehnt

Nachfolgegruppen stehen unter Beobachtung

Disziplinarantrag gegen Nachfolgegruppe der Aum-Sekte abgelehnt

AS: Aktuellen Meldungen zufolge wurde der Disziplinarantrag gegen Aleph, eine Nachfolgegruppe des Aum-Shinrikyo-Sekte, von dem japanischen Geheimdienst für öffentliche Sicherheit wieder zurückgezogen.

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Aleph hatte es versäumt, den zuständigen Behörden die verlangten Berichte über ihre Mitglieder und Vermögenswerte einzureichen, weswegen diese die Prüfungskommission für öffentliche Sicherheit kontaktiert und eine entsprechende Strafe für die Gruppierung gefordert hatten.

Gegen Aleph wird weiter ermittelt

Die Gruppe muss diese Art von Berichten alle drei Monate vorlegen, hat dies jedoch im Mai und August nicht rechtzeitig getan. Im November legte Aleph daraufhin jedoch zwei verspätete Berichte sowie den für November erforderlichen Bericht fristgerecht vor.

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Dennoch überlegen die Beamten, einen weiteren Antrag bei der Kommission zu stellen, da die von Aleph eingereichten Berichte unvollständig sind. Ihre Auflistungen enthalten nicht alle Geschäftsaktivitäten von Aleph und somit auch nicht die durch sie generierten Vermögenswerte.

Am 19. November durchsuchten deswegen Ermittler der Agentur Einrichtungen der Aleph in Tokyo und der Präfektur Saitama. Es ist nicht das erste Mal, dass es zu einer Durchsuchung der Räumlichkeiten kommt.

Eine Annahme des Antrags hätte weitreichende Folgen gehabt

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Hätte die Kommission dem Antrag der Agentur zugestimmt und Disziplinarmaßnahmen verhängt, hätte dies möglicherweise zu einem sechsmonatigen Zeitraum geführt, in dem Aleph die Nutzung ihrer Einrichtungen, die Anwerbung neuer Mitglieder, der Erwerb von Immobilien und die Annahme von Spenden untersagt gewesen wäre.

Die Behörde hatte erstmals im Januar 2000 eine Überwachungsanordnung gegen Aleph erlassen. Alle drei Jahre wurde diese Anordnung daraufhin erneut.

Die terroristische Aum-Sekte

Mitglieder des Aum-Sekte waren für den verheerenden Sarin-Gasangriff auf das U-Bahn-System in Toyko von 1995 verantwortlich, bei dem 14 Menschen getötet wurden. Auch ihre Nachfolgegruppen unterliegen daher strengen Meldepflichten und werden dauerhaft überwacht.

Andere Nachfolgegruppen von Aum wie Hikari no Wa (Circle of Rainbow Light) haben für diese drei Monate die erforderlichen Berichte vorgelegt. Auch diese Splittergruppe der Sekte wird von den Behörden beobachtet.

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