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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtDurch Diskriminierung der Geschlechtsidentität verursachte Depressionen werden bei Japanerin als Arbeitsunfall eingestuft

„SOGI“

Durch Diskriminierung der Geschlechtsidentität verursachte Depressionen werden bei Japanerin als Arbeitsunfall eingestuft

In der japanischen Präfektur Kanagawa hat das Aufsichtsamt für Arbeitsnormen die Depression einer arbeitnehmenden Person als Arbeitsunfall anerkannt, da die Erkrankung durch die anhaltende Belästigung durch einen Vorgesetzten verursacht wurde.

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Die arbeitnehmende Person wurde aufgrund ihrer Geschlechtsidentität belästigt. Es handelt sich hier also um einen Fall von „SOGI“-Belästigung. SOGI ist ein Akronym für „Sexual Orientation and Gender Identity“.

Chef erkannte die Geschlechtsidentität seiner Angestellten nicht an

Die Angestellte erklärte, sie habe ihrem Arbeitgeber mitgeteilt, dass sie in ihrem Familienregister zwar als männlich eingetragen sei, ihre Geschlechtsidentität aber eine weibliche sei.

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Ihr Vorgesetzter ignorierte diesen Hinweis jedoch und bezeichnete sie weiterhin als „er“. Sie bat ihn daraufhin, dies zu unterlassen. Ein erfolgloser Versuch.

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Bei einem Treffen mit der Geschäftsführung sagte er zu ihr: „Ich spreche von Ihrem Familienregister. Sie können Ihr Geschlecht (im Familienstammbuch) ändern. Wenn Sie das getan haben, können Sie darum bitten (als Frau angesprochen zu werden).“

Dem fügte er noch hinzu: „Wenn Sie als weibliche Person angesehen werden wollen, brauchen Sie wohl eine gewisse Feinfühligkeit.“

Diagnose: Depression

Ende 2018 wurde bei der betroffenen Mitarbeiterin eine Depression diagnostiziert, woraufhin diese sich von ihrer Arbeit beurlauben ließ.

Im September 2021 wendete sie sich an die Arbeitsaufsichtsbehörde und beantragte die Anerkennung ihrer Depression als Arbeitsunfall.

Die Anerkennung berechtigt die betroffenen Arbeitnehmenden zum Erhalt von Entschädigungszahlungen.

Nach Angaben der Anwältin der Betroffenen erkannten die Behörden ihren Fall als Arbeitsunfall an, nachdem festgestellt werden konnte, dass der Arbeitgeber die Persönlichkeit seiner Angestellten verleugnet und sie anhaltend psychisch missbraucht hat.

Die Firma, bei der die Betroffene angestellt ist, kommentierte diesbezüglich: „Unser Unternehmen nimmt die Tatsache ernst, dass der Fall als ein Arbeitsunfall anerkannt wurde. Wir werden versuchen, eine Wiederholung zu verhindern.“

Bemerkungen des Arbeitgebers wurden aufgezeichnet

Die betroffene Arbeitnehmerin erzählte auf einer Pressekonferenz am 10. November in Tokyo, dass sie die Bemerkungen ihres Vorgesetzten aufgezeichnet habe.

Sie glaubt, dass dieser Faktor „bei der Anerkennung eine wichtige Rolle gespielt hat“ und kommentierte: „Ich möchte, dass Menschen, die es schwer haben, kämpfen, anstatt zu schweigen und die Situation zu akzeptieren.“

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