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Home News Kriminalität & Recht Ehemaliger Geschäftsführer verklagt Amnesty International Japan

Entlassung sei unrechtmäßig gewesen

Ehemaliger Geschäftsführer verklagt Amnesty International Japan

Wenn Ausländer in einem Land arbeiten, dessen Sprache sie nicht komplett beherrschen, kann dies zu Schwierigkeiten führen. So ist es wohl auch einem ehemaligen Geschäftsführer von Amnesty International Japan ergangen. Er führt nun einen Rechtsstreit gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Taro O’Sullivan hat die Menschenrechtsorganisation auf 5 Millionen Yen verklagt (etwa 39.000 €), weil er seine Entlassung als ungerechtfertigt erachtet. Seiner Aussage nach hängt sie mit einer Depression zusammen, die diagnostiziert wurde, da er gezwungen war, Berichte auf Japanisch zu verfassen, dass er aber nicht gut genug sprach.

Japanisch-Kenntnisse waren nicht gut genug

Laut der Klage, die beim Bezirksgericht in Tokyo eingereicht wurde, sagte er, dass die Organisation ihn mit dem Wissen einstellte, dass er Japanisch auf Konversationsniveau sprechen, aber kaum lesen oder schreiben konnte.

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Der 62-jährige Amerikaner will seine Entlassung rückgängig machen und hat eine Schadensersatzklage gegen die in Tokyo ansässige Organisation und Kaori Shoji, eine Professorin an der Gakushuin Universität in Tokyo, die zu der Zeit Vorsitzende der Organisation war, eingereicht.

Amnesty International Japan sagte, der Vorstand habe damals angemessen gehandelt.

„Ich möchte durch diesen Prozess die Wahrheit herausfinden“, sagte Shoji gegenüber Kyodo News.

Berichte bei Amnesty International auf Japanisch

O’Sullivan, dessen Mutter Japanerin ist, trat der Organisation im März 2017 bei, nachdem er seine Tätigkeit als Geschäftsführer eines großen nordamerikanischen Gewerkschaftsverbands in Los Angeles beendet hatte.

Er sollte nach Abschluss einer sechsmonatigen Probezeit offiziell eingestellt werden, aber während dieser Zeit wurde eine Anforderung hinzugefügt, dass Berichte und Präsentationen auf Japanisch gehalten werden sollten.

Während E-Mails zwischen O’Sullivan und dem Vorstand anfangs von Shoji übersetzt wurden, war er später gezwungen, selbst auf Japanisch zu kommunizieren.

Kündigung im September 2017

In O’Sullivans Arbeitsvertrag stand auch, dass er in seiner Position weitreichende Befugnisse hatte, die auch die Einstellung von Mitarbeitern beinhalteten. Da die in Japanisch verfasste Satzung jedoch besagt, dass der Vorstand die Autorität über die Personalverwaltung besitzt, stoppte Shoji eine Neueinstellung, die O’Sullivan vornehmen wollte.

O’Sullivan wurde aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig und im September 2017 wurde bei ihm eine Depression diagnostiziert.

Im selben Monat wurde ihm von Amnesty International Japan mitgeteilt, dass sein Vertrag gekündigt worden sei, wobei als Grund seine Arbeitseinstellung genannt wurde.

Amnesty International, eine Nichtregierungsorganisation, die sich auf die Beendigung von Menschenrechtsverletzungen konzentriert, wurde 1977 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

O’Sullivan war der erste nicht-japanische Staatsbürger, der zum Exekutivdirektor der japanischen Niederlassung ernannt wurde, die 1970 eröffnet wurde.

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