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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtEhemaliges japanisches Parlamentsmitglied wegen Betrugs festgenommen

Er behauptete, jemand Anderes zu sein, um erster Klasse fahren zu können

Ehemaliges japanisches Parlamentsmitglied wegen Betrugs festgenommen

Traditionell nutzen die Japaner die Golden Week zum Verreisen, denn dabei handelt es sich um mehrere freie Tage und Feiertage, die Ende April und Anfang Mai zusammenfallen. Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie konnten die Menschen auch wieder verreisen, um sich in verschiedenen Teilen des Landes zu entspannen und zu erholen.

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Dies führte dazu, dass die Autobahnen voll und viele Züge ausgebucht waren. Vor diesem Problem stand auch das ehemalige Mitglied des Parlaments und Repräsentantenhauses Yasuo Yamashita, allerdings entschied er sich für eine Lösung, die ihn mit dem Gesetz in Konflikt brachte. Denn er wurde wegen Betrug und Urkundenfälschung festgenommen. Nach Angaben der Polizei von Aichi gab der 79-Jährige am 27. April vor, ein noch aktiver Abgeordneter zu sein, um sich eine Fahrkarte für den Shinkansen zu sichern.

Identitätsbetrug aufgeflogen

In Japan ist es möglich, mit Basis-Tickets den Nahverkehr zu nutzen, will man allerdings mit einem Langstreckenzug oder dem Shinkansen fahren, benötigt man eine Erweiterung, die dazu gekauft werden kann. Upgrades in die erste Klasse müssen ebenfalls separat gebucht werden. Für Mitglieder des Parlaments werden solche erste Klasse-Tickets von der Japan Railway bereitgestellt, wenn sie es wünschen. Yamashita soll unter Verwendung des Namens und der persönlichen Daten eines anderen Parlamentsmitgliedes, ohne dessen Wissen, solch ein Ticket angefordert haben.

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Der Schwindel fiel nur auf, weil bei der Reservierung bei der JR Tokai ein Fehler gemacht wurde und sich die Bahngesellschaft bei dem Parlamentarier dafür entschuldigen wollte. Dieser wiederum wusste von keiner entsprechenden Bestellung auf seinen Namen. Yamashita soll den Betrug mittlerweile zugegeben haben. Durch diesen Betrug hat jetzt die Diskussion, ob Mitglieder des Parlaments überhaupt solche Vergünstigungen erhalten sollten, wieder Fahrt aufgenommen.

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Privilegien für Parlamentarier generell in der Diskussion

In den sozialen Netzwerken, wo solche Vorfälle schnell die Runde machen, werden die Stimmen, die eine Abschaffung solcher Privilegien fordern, immer lauter. Gleichzeitig ärgern sich vor allem junge Japaner darüber, dass sie sich von der Politik, gerade auch wegen solcher Vergünstigungen, nicht mehr verstanden fühlen. Viele Bürger können sich eine Fahrt mit dem Shinkansen nur im Ausnahmefall leisten, von Fahrten erster Klasse ganz zu schweigen. Andere wiederum spekulieren bereits, dass der Parlamentarier wegen seines Status mit hoher Wahrscheinlich kaum bestraft werden wird.

Yamashita ist Mitglied der demokratischen Partei und arbeitet derzeit als ständiger Berater für den Bereich Gifu. Ob er diese Tätigkeit weiterhin ausübt, steht aktuell noch nicht fest, denn sein öffentliches Ansehen hat durch den Betrug auf jeden Fall Schaden genommen. Die Polizei prüft aktuell, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder ob der ehemalige Politiker schon früher über die Namen seiner ehemaligen Kollegen Vergünstigungen für sich in Anspruch nahm.

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