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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtErneut Rekord bei Kindesmissbrauch in Japan

Erneut ein starker Anstieg

Erneut Rekord bei Kindesmissbrauch in Japan

Japan verzeichnete im vergangenen Jahr erneut einen traurigen Rekord bei Kindesmissbrauch. 2021 wurden insgesamt wurden 2.170 Missbrauchsfälle untersucht, 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

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Laut des Berichts der nationalen Polizeibehörde (NPA) stieg die Zahl der Minderjährigen, die wegen des Verdachts auf Missbrauchs in ein Kinderfürsorgezentrum untergebracht wurden, auf 108.050 Fälle, 1 Prozent mehr als im Vorjahr und zum zweiten Mal in Folge über 100.000.

Kindesmissbrauch bleibt ein großes Problem in Japan

Aufgeschlüsselt wurden 80.299 Minderjährige verbal oder emotional missbraucht, 19.185 erlebten körperlichen Missbrauch, 8.270 Vernachlässigung und 296 Minderjährige sexuellen Missbrauch. Sowohl der psychische als auch der sexuelle Kindesmissbrauch ist in Japan im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

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Ein Sprecher der NPA sagte zu den Zahlen: „Da befürchtet wird, dass die Coronavirus-Pandemie die Möglichkeiten zur Überwachung von Kindern einschränkt, werden wir weiterhin Informationen überwachen, die zur Aufdeckung von Missbrauch führen könnten.“

Neben den Daten über Kindesmissbrauch enthalten die Statistiken der NPA auch Daten über allgemeine Straftaten. Diese sind zum siebten Mal in Folge auf ein Rekordtief in der Nachkriegszeit gefallen. Insgesamt wurden 2021 in Japan 586.148 Straftaten registriert.

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Ein Grund dafür ist der Ausnahmezustand, sodass von Januar bis März 2021 deutlich weniger Straßenkriminalität, einschließlich Taschendiebstahl, verzeichnet wurde als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

2.192 Straftaten betrafen Betrügereien bei den staatlichen Corona-Subventionen, die eingeführt wurden, um Unternehmen vor den Folgen der Pandemie zu schützen.

Mehr Entführungen in Japan

Schwere Straftaten wie Mord oder Raub gingen um 1,3 Prozent auf 8.823 Fälle zurück. Allerdings stieg die Zahl der Entführungen um 15,4 Prozent auf 389 Fälle an.

Die Zahl der Beratungen wegen häuslicher Gewalt stieg laut der Statistik allerdings auf 83.035 an, ein neuer Rekord. Grund dafür ist ebenfalls die Pandemie, die viele Menschen zwang zu Hause zu bleiben, was oft zu Konflikten in Partnerschaften geführt hat.

Stalking bleibt laut der Statistik weiterhin ein großes Problem. Insgesamt wurden 19.728 Fälle gemeldet, darunter 1.811 Fälle, bei denen Minderjährige über die sozialen Medien gestalkt wurden.

Auch die Cyberkriminalität wird in Japan immer mehr zu einem Problem. Insgesamt wurden 2021 in Japan 12.275 Fälle registriert, 24,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Betrugsfälle, wie der sogenannte Enkeltrick, stiegen zum ersten Mal seit vier Jahren wieder an. Insgesamt wurden im Jahr 2021 mit 14 461 Fällen 6,7 Prozent mehr Fälle gemeldet.

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