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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtErneuter Femizid beweist Japans wirkungslose Anti-Stalking-Maßnahmen

Die Untersagungsverfügungen zeigten keine Wirkung

Erneuter Femizid beweist Japans wirkungslose Anti-Stalking-Maßnahmen

Japans Anti-Stalking-Verordnung verfehlt ihr Ziel. Anfang dieser Woche wurde in der japanischen Stadt Fukuoka eine Frau von ihrem Ex-Freund niedergestochen und dabei tödlich verwundet. Ein weiteres Stalking-Opfer, das angegriffen wurde, obwohl es zuvor den Schutz der Behörden gesucht hatte.

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Der 31-jährige Mann, der verdächtigt wird, seine Ex-Freundin am Montagabend in der Nähe des JR-Bahnhofs Hakata niedergestochen zu haben, wurde zwei Tage nach der Tat festgenommen.

Verfolgt, belästigt, getötet

Die 38-jährige Frau hatte sich seit der Trennung von ihrem Partner mehrfach an die Polizei gewandt und behauptet, sie sei von ihrem Ex-Freund belästigt und verfolgt worden.

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Im letzten November forderte die Polizei den Mann auf, sich von der Frau fernzuhalten. Er kam mit einer Verwarnung davon. Im Dezember wurde ihm dann die Annäherung an seine Ex-Freundin auf der Grundlage des Stalker-Gesetzes offiziell untersagt. Dies hat den Mann jedoch offensichtlich nicht davon abgehalten, sich der Frau erneut zu nähern und sie sogar anzugreifen.

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Der Verdächtige hat die Tat inzwischen gestanden. Offiziellen Angaben zufolge hat er zwölfmal mit einem Küchenmesser auf sein Opfer eingestochen. Die Frau überlebte den Angriff nicht.

Mitgefühl und Trauer

Viele Menschen besuchten in den Tagen nach der Tat den Ort des Angriffs, um Botschaften, Blumen und Getränke als Opfergaben für die Frau zu hinterlassen, die dort aus dem Leben gerissen wurde.

Vor dem größten Bahnhof Kyushus versammelten sich am Abend viele Trauernde, um gemeinsam zu beten.

Wachsende Fallzahlen

Stalking wird in Japan zu einem immer größer werdenden Problem. Laut der Polizeibehörde der Stadt Tokyo kommt es immer häufiger zu Fällen, in denen das Gesetz zum Verbot von Stalking angewandt werden muss.

In den letzten Jahren gab es in Japan etwa 20.000 polizeiliche Konsultationen im Zusammenhang mit Stalking. 2021 wurden 1.671 Verbotsverfügungen gegen Stalker erlassen – ein neuer, trauriger Rekord. 2016 waren es noch 173 Fälle.

2017 trat die Revision des Stalking-Kontrollgesetzes in Kraft, die es den zuständigen Behörden ermöglichte, Untersagungsverfügungen auch ohne vorherige Verwarnung auszusprechen.

2021 wurden 1.581 Fälle von Straftaten und Sondergesetzen im Zusammenhang mit Stalking aufgedeckt. Das sind 63 mehr als im Vorjahr.

Gesetze wurden immer wieder geändert

Das ursprüngliche Gesetz trat im Jahr 2000 nach dem Mord an einer Universitätsstudentin in der japanischen Präfektur Saitama in Kraft. Seitdem wurde es immer wieder abgeändert und umgeschrieben.

Der Geltungsbereich wurde ausgeweitet und die Strafen erhöht, aber die Zahl der Stalking-Fälle wuchs dennoch immer weiter.

Die jüngste Änderung trat erst 2021 in Kraft. Das neue Gesetz verbietet die Verwendung von GPS-Geräten und Smartphone-Apps, um den Standort der Opfer zu verfolgen.

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