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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtFamilienfreizeiteinrichtung in Kyoto nutzt gefundenes Geld für eigene Zwecke

Die Mitarbeitenden gaben das Geld für Kleinigkeiten aus

Familienfreizeiteinrichtung in Kyoto nutzt gefundenes Geld für eigene Zwecke

In Maizuru, einer Stadt in der japanischen Präfektur Kyoto, nutzte eine Familienfreizeiteinrichtung schon seit Jahren das Bargeld, das ihre Besuchenden ab und zu dort zurückließen, um zum Beispiel Pappbecher zu kaufen.

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Die von der Stadtverwaltung von Maizuru betriebene Einrichtung „Asobium“ bietet Freizeitaktivitäten für Kinder und ihre Eltern an. Nun kam jedoch heraus, dass die Mitarbeitenden mehrere Tausend Yen an gefundenem Bargeld selbst ausgegeben und eben nicht der Polizei übergeben haben.

Gesamtbetrag des unrechtmäßig ausgegebenen Geldes ist unbekannt

Laut der Stadtverwaltung hatten die Mitarbeitenden nach der Eröffnung der Einrichtung im April 2015 verlorenes Bargeld und andere Gegenstände regulär in einer Papierkiste in der Nähe des Empfangsbereichs aufbewahrt.

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2021 kam es dann dazu, dass die Angestellten Geld veruntreuten, das von den Benutzenden einer städtischen Sporthalle zurückgelassen worden war.

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Nun hatten sie erneut 5.100 Yen (etwa 36 Euro) an zuvor verloren gegangenen Geldern für sich behalten und ausgegeben, anstatt den Fund der Polizei zu melden.

Das Problem ist seit April 2022 bekannt, aber erst, nachdem sich eine Nachrichtenorganisation im Dezember direkt an die Einrichtung gewandt hatte, informierten der Leiter und andere städtische Beamte den Bürgermeister und die Aufsichtsbehörden über die wiederholte Veruntreuung der gefundenen Gelder.

Wie viel Geld genau gefunden und unrechtmäßig ausgegeben wurde, konnte bisher nicht festgestellt werden.

Das Geld, das einfach so „herumlag“

Im April 2022 erfuhr ein Mitarbeiter der Einrichtung von einem seiner Kollegen von Geld, das „herumlag“. Dabei handelte es sich um gefundenes Bargeld in Höhe von 3.900 Yen. Der Mitarbeiter reagierte sofort und erstattete am 20. Juni eine Anzeige bei der Polizeistation Maizuru.

Die Polizei aber nahm das Geld nicht an, da kein Bericht über das Datum und die Uhrzeit des Verlusts vorlag.

Der Mitarbeiter gab jedoch nicht auf und schrieb eine E-Mail an den Direktor der Einrichtung und den Leiter der für die Einrichtung zuständigen Abteilung für Kinderbetreuung der Stadt, in der er die Situation genau erklärte.

Am 27. Juni erstatteten der Leiter der Einrichtung und andere Personen eine weitere Anzeige bei der Polizei. Dabei gaben sie auch das Datum und die Uhrzeit des Abhandenkommens des Bargelds an. Diese Anzeige von der Polizei akzeptiert und angenommen.

Anschließend wurden die Angestellten zu ihrem Umgang mit den verlorengegangenen Gegenständen befragt. Dabei stellte sich heraus, dass die Mitarbeitenden zwischen dem Geschäftsjahr 2016 und dem Geschäftsjahr 2021 insgesamt 5.100 Yen veruntreut hatten.

Sie hatten das Geld heimlich genutzt, um Wollgarn, Reisschaufeln, Stifte und andere Kleinigkeiten anzuschaffen.

Ein der in den Fall verwickelten Angestellten kommentierte: „Wir haben es benutzt, weil wir dachten, dass es in Ordnung ist, wenn es ein kleiner Betrag ist.“

Dieser Mitarbeiter berichtet auch davon, dass es auch deshalb so gehandelt hätten, weil sie zu diesem Zeitpunkt kurzfristig Geld gebraucht hätten.

Noch ist nicht klar, welche Strafe die Angestellten der Einrichtung erwartet.

Die Stadtverwaltung reagiert mit einer umfassenden Untersuchung

Die Ereignisse rund um die Einrichtung Asobium blieben auch für andere Einrichtungen nicht folgenlos. Die Stadtverwaltung untersuchte am 16. und 17. Dezember erstmals rund 130 Einrichtungen innerhalb der Stadt auf ähnliche Fälle.

Die Überprüfung ergab, dass in dreizehn Einrichtungen verlorenes Bargeld in Höhe von 59.573 Yen (etwa 424 Euro) aufbewahrt wurde, aber es konnte scheinbar auch bestätigt werden, dass dieses gefundene Geld „nicht für andere Zwecke wie den Kauf von Geräten verwendet wurde“.

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