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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtFrankreich erlässt Haftbefehl gegen Japanerin wegen Kindesentführung

Frankreich erlässt Haftbefehl gegen Japanerin wegen Kindesentführung

Ein Gericht in Frankreich hat einen internationalen Haftbefehl gegen eine japanische Frau wegen Kindesentführung erlassen. Die Frau hatte sich von ihrem französischen Ehemann getrennt und die Kinder mit nach Japan genommen.

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Der Fall hatte für internationales Aufsehen gesorgt, nachdem der Ehemann im Sommer in der Nähe des Nationalstadtions in Tokyo in Hungerstreik getreten ist, um auf den Fall aufmerksam zu machen.

Auch Frankreichs Präsident mischte sich in den Fall ein

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erörterte die Angelegenheit mit dem damaligen Premierminister Yoshihide Suga, während seines Besuchs in Japan zu den Olympischen Spielen. Allerdings kam es zu keiner Einigung, da Japan stur auf seiner Ansicht behaart.

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Immer wieder gibt es Berichte über japanische Ehepartner:innen, die zurück in ihr Heimatland gehen und gemeinsamen Kinder mitnehmen. Dass allerdings ein internationaler Haftbefehl erlassen wird, ist ungewöhnlich.

Das Europäische Parlament hatte im vergangenen Jahr Japan bereits aufgefordert, Bürgern aus der EU die Möglichkeit zu geben, ihre Kinder sehen zu können, da die meisten Japaner dieses Recht nicht einräumen, wenn sie in ihr Land zurückgekehrt sind.

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Im Fall des Mannes wurden beide Kinder im August 2018 mit nach Japan genommen und der Vater hat sie seitdem nicht mehr gesehen.

Auswirkungen des Haftbefehls unklar

Die französischen Behörden erklärten, sie seien für die Untersuchung des Falles zuständig, da die Kinder neben der japanischen auch die französische Staatsangehörigkeit besitzen.

Der Mann hatte die Polizei in Japan informiert, die allerdings nicht tätig wurde und argumentiert, dass es nicht selten ist, dass eine Frau mit den gemeinsamen Kindern wegläuft.

Ein Gremium des japanischen Justizministeriums diskutiert seit November 2019 über die Einführung eines gemeinsamen Sorgerechts in Japan, allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich Elternteilen, die das Kind missbraucht haben.

Ob der internationale Haftbefehl allerdings etwas bringen wird, ist derzeit noch unklar, da Japan und Frankreich kein Abkommen über die Auslieferung von gesuchten Personen haben.

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