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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtGericht verurteilt LDP-Abgeordnete fürs Liken von Verleumdungs-Tweets gegen Missbrauchsopfer

Symbolfigur der #MeToo-Bewegung in Japan erringt erneut Erfolg vor Gericht

Gericht verurteilt LDP-Abgeordnete fürs Liken von Verleumdungs-Tweets gegen Missbrauchsopfer

Shiori Ito ist in Japan bekannt als Symbol der Bewegung „Me Too“ und setzt sich gegen sexuellen Missbrauch ein, nachdem sie einen ehemaligen Büroleiter der Tokyo Broadcasting System Television Inc. beschuldigt hatte, sie vergewaltigt zu haben.

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Im Juli befand das Oberste Gericht ihn für schuldig und verurteilte ihn zur Zahlung von 3,3 Millionen Yen Schadensersatz an Ito. Mittlerweile gibt es in diesem Zusammenhang ein neues Urteil. Denn eine Abgeordnete der Regierungspartei LDP soll Ito nun 550.000 Yen Schadenersatz zahlen, da sie mehrere Tweets geliked hatte, die die Journalistin verleumdeten.

Verleumdung durch Tweets

Nachdem zuvor das Bezirksgericht Tokyo die Klage abgewiesen hatte, sei das Urteil des Tokyo High Courts laut Itos Anwalt das erste, das Schadenersatz für das Liken eines Online-Posts mit negativem Inhalt zusprach.“[Das Gericht] hat mein Leiden verstanden. Ich möchte, dass sie darüber nachdenkt, wie kleine Handlungen Menschen verletzen können“, wird Ito zitiert.

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Der Vorsitzende Richter sagte bei der Urteilsverkündung, dass die betreffenden Tweets Verachtung zum Ausdruck brachten und die Würde von Frau Ito absichtlich verletzen sollten. Es sei wichtig zu erwähnen, dass die Politikerin sie bereits in der Vergangenheit verspottet und kritisiert habe.

Psychische Schäden als Folge

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Da die Verurteilte Mitglied des Repräsentantenhauses der Liberaldemokratischen Partei mit damals rund 110.000 Anhängern sei, hätte sie die gesellschaftlich akzeptable Grenze überschritten und die dadurch verursachten psychischen Schäden sollten ernst genommen werden.

Die betreffenden Tweets wurden im Sommer 2018 geliked und hatten zum Inhalt, dass Ito selbst sexuelle Gefälligkeiten angeboten habe, um ihre Karriere zu fördern. Dies bezieht sich auf die eingangs erwähnte Straftat des Büroleiters.

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