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Wo greift das Urheberrecht?

Gericht von Osaka erkennt das erneute Posten von Untertiteln aus YT Videos als Urheberrechtsverletzung an

MS: Das Bezirksgericht von Osaka ist zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei dem erneuten Posten von Untertiteln aus YouTube-Videos ohne die vorherige Einholung einer entsprechenden Erlaubnis, um eine Urheberrechtsverletzung handelt. Das Gericht reagierte so auf eine Klage, die zuvor ein Mann wegen der Veröffentlichung von Untertiteln aus einem seiner Videos in einem Blog eingereicht hatte.

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Es entschied am 6. September, dass „Untertitel sprachliches urheberrechtlich geschütztes Material sind“. Jun Hasuike, ein Anwalt der Anwaltskammer Tokyo, vertrat in diesem Fall den Kläger und sagte, dass ein Gerichtsurteil, das eine Urheberrechtsverletzung von Untertiteln anerkenne, eine Seltenheit wäre.

Ein beliebtes Video

Immer mehr Menschen nutzen YouTube. Die Zahl der Nutzenden wächst enorm, weswegen Hasuike eine klare Warnung aussprach: „Wenn Sie Untertitel ohne die Erlaubnis des Erstellers unachtsam erneut veröffentlichen, könnte dies als Verstoß erkannt werden und Sie werden möglicherweise aufgefordert, sie zu entschädigen. Bitte stellen Sie im Voraus sicher, ob es ein Problem mit dem gibt, was Sie tun“.

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Der Mann, der die Klage eingereichte, betreibt einen beliebten YouTube-Kanal mit über 50.000 Abonnenten. Dem Urteil zufolge hatte er im Juni 2020 ein siebenminütiges Video hochgeladen, das die Rettung eines jungen Löwen durch eine Gruppe von Menschen in Afrika zeigt.

Das Video bestand aus einer Reihe von einzeln zusammengeschnittenen Bildern, die von Untertiteln begleitet wurden. Rund 10 Millionen Aufrufe kamen dabei zusammen.

Untertitel wurden ohne Erlaubnis veröffentlicht

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Letztendlich wurden fast alle Untertitel ohne die Einholung einer entsprechenden Erlaubnis des YouTubers in Form eines Einführungstextes auf einem anonym betriebenen Blog erneut veröffentlicht.

In den Nutzungsbedingungen von YouTube heißt es, dass für das Zitieren von Videos auf bestimmte Weise keine Erlaubnis der Ersteller erforderlich ist, aber die Regeln für Untertitel sind dort nicht klar definiert.

Der Kläger selbst argumentierte, dass „Untertitel urheberrechtlich geschützte Werke sind, die die Individualität des Erstellers ausdrücken“, und dass, wenn die Inhalte ohne Erlaubnis eingeführt würden, dies wiederum zu „Spoilern“ führen würde, die das Ansehen der Videos überflüssig machten, was zu einer Verringerung der Anzahl der Aufrufe führen und sich somit auch auf sein Einkommen auswirkte.

Nicht alle Parteien teilen die Ansicht des Klägers zum Urheberrecht

Der Diensteanbieter argumentierte, dass „die Untertitel nur einfache Ausdrücke sind, die das Verständnis der Zuschauer erleichtern und nicht als urheberrechtlich geschützte Werke erkannt werden können“.

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Das Bezirksgericht räumte jedoch ein, dass der Kläger bei der Bearbeitung der Untertitel „auf die Zusammensetzung und Menge geachtet hat, um das Interesse der Zuschauer zu wecken“, weswegen sie innerhalb des Urteils als urheberrechtlich geschütztes Material betrachtet werden würden, das die Gedanken und Gefühle des Schöpfers ausdrückt.

Der Vorsitzende Richter Masaki Sugiura prüfte den Inhalt des einleitenden Textes, in den unerlaubterweise die Untertitel eingewoben worden waren.

Obwohl der Text nicht vollständig mit den Untertiteln übereinstimmte, enthielt er doch Zusammenfassungen und nur geringfügige Änderungen, weswegen Sugiura darauf hinwies, dass er im Wesentlichen den gleichen Inhalt ausdrücke. Er erkannte ihn somit als Reproduktion von urheberrechtlich geschütztem Material und damit als Urheberrechtsverletzung an und wies den Diensteanbieter an, Informationen über den Betreiber des Blogs offenzulegen.

Immer wieder kommt es zu Verletzungen des Urheberrechts im Zusammenhang mit der unerlaubten Veröffentlichung von klaren oder potenziellen Spoilern. Erst vor wenigen Monaten hatte Japan deshalb angekündigt, in Zukunft stärker gegen sogenannte Spoiler-Webseiten vorgehen zu wollen.

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