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HomeNachrichten aus JapanGestohlene buddhistische Statue taucht bei Online-Auktion auf

Für sieben Euro ins Netz gestellt

Gestohlene buddhistische Statue taucht bei Online-Auktion auf

Seit einem Jahr sucht der Ryuhonji-Tempel in der japanischen Stadt Kyuto nach seiner „Gattenji”-Statue, die gestohlen wurde. Jetzt wurde die Statue mutmaßlich in einer Online-Auktion ausfindig gemacht.

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Dass sich auch Tempel und Schreine in Japan mit Kriminalität herumschlagen müssen, ist traurige Realität. Gesammelte Spenden und wertvolle Kunstschätze ziehen immer wieder Diebe an. So wie am Ryuhonji-Tempel, dem Haupttempel der Nichiren-Sekte im Kamigyo-Bezirk von Kyoto. Dessen „Gattenji”-Statue, die eine buddhistische Gottheit darstellt, wurde im vergangenen Jahr entwendet.

Jahrhundertealte Statue wurde zum Ziel von Dieben

Nach Angaben des Tempels existierte die hölzerne Statue bereits seit 1708, dem Jahr, in dem der Tempel erbaut wurde. Ihren Platz hatte sie in dessen Haupthalle, bis im Juni 2021 ein Besucher das Fehlen der fünfzig Zentimeter hohen Figur bemerkte. Der Tempel alarmierte daraufhin die Polizei, die mit der Untersuchung begann, aber keinen Verdächtigen ausfindig machen konnte. Auf seiner Webseite machte der Tempel auf den Diebstahl aufmerksam und bat die Öffentlichkeit um Hilfe.

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Am 1. Mai 2022 bekam der Tempel eine ungewöhnliche Nachricht. Jemand hatte die gestohlene Statue mutmaßlich gefunden, auf der Online-Auktionsseite von Yahoo. Dort bot ein Antiquitäten-Händler aus der Präfektur Oita auf der südlichen Insel Kyushu eine buddhistische Statue an. In der Beschreibung wird sie im guten Zustand beschrieben, zusammen mit anderen Details wie etwa, dass sie siebenundvierzig Zentimeter hoch ist.

Startgebot von eintausend Yen für die historische Statue

Das Startgebot gab der Händler mit 1000 Yen an, etwa 7,31 Euro. Bis zum Morgen des 2. Mai waren dann bereits neun Gebote abgegeben worden. Mittags wurde die Auktion jedoch ohne Angabe von Gründen vom Anbieter abgebrochen. Das Höchstgebot lag zu diesem Zeitpunkt bei 175,000 Yen, umgerechnet etwa 1278 Euro.

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Nachdem der Tempel auf die laufende Auktion aufmerksam gemacht wurde, schaltete er sofort die Polizei der Präfektur Kyoto ein. Die versucht nun zu klären, ob es sich tatsächlich um die gestohlene Statue handelt. Auch ist offen, wie sie in den Besitz des Antiquitäten-Händlers in Oita gelangte und wie es zu der Auktion kam. Das Unternehmen versprach, die Angelegenheit mit der zuständigen Person zu erörtern, die die Figur zur Auktion gestellt hatte.

Für den Ruyhonji-Tempel ist die Sache eindeutig. Ein Sprecher sagte: „Wenn wir uns die Bilder auf der Auktions-Seite anschauen, sind die Kratzer und andere Merkmale sehr ähnlich, ich bin mir sicher, es ist die gestohlene Buddha-Statue. Wir sind froh, dass sie nicht zerstört wurde.”

Man hofft nun, dass es der Polizei gelingt, den Fall schnell aufzuklären und die Statue ausfindig zu machen. Dann kann sie ihren rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden. Im Tempel in Kyoto warten Mönche und Gläubige schon sehnsüchtig auf ihre Rückkehr.

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