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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtHaftstrafe für Japans ehemaligen Vize-Landwirtschaftsminister wegen Mordes bestätigt

Berufung wurde abgelehnt

Haftstrafe für Japans ehemaligen Vize-Landwirtschaftsminister wegen Mordes bestätigt

2019 schockierte ein Mordfall ganz Japan. Der ehemalige Vize-Minister für Land- und Forstwirtschaft und Fischerei, Hideaki Kumazawa, ermordete seinen eigenen Sohn. Am Dienstag bestätigte der High Court von Tokyo nun die Haftstrafe für den Politiker.

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Am Dienstag gab der High Court Tokyo bekannt, dass sie die Entscheidung des Lower Court in dem Mordfall anerkennen und lehnte die Berufung der Verteidigung ab. Sie befinden damit ebenfalls den 77 Jahre alten Kumazawa des Mordes für schuldig und bestätigen die Haftstrafe von sechs Jahren.

Strafe ist milder als üblich

Die Verteidigung hatte zuletzt noch argumentiert, dass Kumazawa aus Selbstverteidigung gehandelt habe und deswegen eine Bewährungsstrafe erhalten soll. Aufgrund der starken Beweise lehnte das Gericht dieses Argument jedoch ab.

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Letzten Dezember hatte das Bezirksgericht von Tokyo den Politiker zu sechs Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Die Strafe fiel dabei milder aus, als einige erhofften, weil das Gericht anerkannte, dass Kumazawa aufgrund des Verhaltens seines Sohnes Angst um sein Leben hatte.

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Es wurde dabei gleichzeitig stark kritisiert, dass Kumazawa trotz der angespannten Lage nicht versuchte, das Haus zu verlassen oder Hilfe suchte. Stattdessen dachte er, dass der Tod seines eigenen Kindes die beste Lösung sei.

Kumazawa hatte am 1. Juni 2019 seinen 44 Jahre alten Sohn bei sich im Haus von hinten überfallen und ihn mehrmals in den Hals sowie Oberkörper gestochen. Der Sohn verblutete noch vor Ort. Untersuchungen ergaben, dass der Mann seit seiner Kindheit eine Entwicklungsstörung hatte und ein sogenannter Hikikomori war.

Mord war geplant und kaltblütig

Als er wieder anfing im Haus seiner Eltern zu leben, soll der Sohn sich mehrfach aggressiv und bedrohlich verhalten haben. Kumazawa gab dazu an, dass er Angst um sein Leben und das seiner Frau hatte. Auch der Amoklauf eines Hikikomori kurz vorher in Kawasaki, bei dem zwei Personen starben, hatte die Angst vor einen plötzlichen Gewaltausbruch verstärkt.

Er entschied sich deswegen seinen Sohn umzubringen. Viele zeigten sich schockiert davon, wie kaltblütig geplant der Politiker vorging. Nachdem er seinen Sohn erstochen hatte, rief er ruhig die Polizei an und gestand die Tat sofort. Vor Gericht bezeichnet er sich hingegen weiterhin als unschuldig.

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