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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtHigh Court von Nagoya erkennt Selbstmord von Toyota-Mitarbeiter als arbeitsbedingt an

Unternehmen bedauert Todesfall sehr

High Court von Nagoya erkennt Selbstmord von Toyota-Mitarbeiter als arbeitsbedingt an

Vor mehreren Jahren hat sich ein japanischer Mitarbeiter von Toyota das Leben genommen. Nun wurde vor Gericht entschieden, dass der Todesfall mit seiner Arbeit zusammengehangen hat.

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Der Nagoya High Court gab am 16. September bekannt, dass der Selbstmord des Mitarbeiters von Toyota Motor Corp. ein arbeitsbedingter Tod war. Damit wird das Urteil des niedrigeren Gerichts aufgelöst und die hinterblieben Witwe hat nun Anspruch auf eine Entschädigung.

Chef schikanierte den Mitarbeiter

Die Witwe hat Klage gegen Toyota eingereicht, nachdem deren Büro zur Inspektion des Arbeitsstandarts den Tod als nicht arbeitsbedingt eingestuft hatte und der Frau damit eine Entschädigung verweigerte.

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Der Angestellte hatte sich Januar 2010 im Alter von 40 Jahren das Leben genommen. Die Untersuchungen ergaben, dass er ab 2008 von seinem Chef regelmäßig schikaniert worden war. 2009 entwickelte er deswegen schwere Depressionen.

Nachdem Toyota entschieden hatte, dass die Familie keinen Anrecht auf eine Entschädigung habe, zog diese vor das Bezirksgericht. Das erkannte zwar an, dass der Mann beschimpft worden ist, dies sei aber nach dem Richter nicht ausreichend gewesen, um einen Selbstmord zu versuchen.

Toyota Motor Corp. veröffentlicht Statement

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Das sah der Richter des High Court jedoch anders. Zwar griff der Chef nicht die Persönlichkeit des Mitarbeiters an, aber es habe sich um laute, einschüchternde Zurechtweisungen gehandelt, die vor den Kollegen stattgefunden haben. Es handelte sich deswegen um psychologische Angriffe, welche die Grenze des Zulässigen überschritten haben.
Da es wiederholt zu den Zurechtweisungen über einen längeren Zeitraum kam, ist es für den Richter angemessen, eine Kausalität zum Selbstmord zu sehen und somit einer Entschädigung zuzustimmen. Toyota Motor Corp. will gegen das Urteil keine Berufung einlegen. In einem Statement erklärten sie, dass sie den Fakt reflektieren wollten, dass sie dabei versagt haben, dem Mitarbeiter zuzuhören und zu ihm Kontakt aufzunehmen. Sie bedauerten den Tod deswegen sehr. Es ist jedoch nicht der erste Todesfall dieser Art, für den das Unternehmen die Verantwortung tragen muss.

Anmerkung der Redaktion: Sollten Sie Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen helfen konnten.

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