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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtIllegale Manga-Webseiten sind in Japan ein immer größeres Problem

Besonders für neue Zeichner ein Problem

Illegale Manga-Webseiten sind in Japan ein immer größeres Problem

Mittlerweile gibt es in Japan immer mehr illegale Manga-Webseiten, die ohne Genehmigung der Künstler oder Verlage Werke veröffentlichen.

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Diese Webseiten stellen insbesondere ein ernsthaftes Problem für die Künstler dar, vor allem für junge Zeichner. Der Manga-Umsatz in Japan wird für das Jahr 2020 auf ein Rekordhoch von 612,6 MilliardenYen geschätzt, dank solcher Blockbuster wie „Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba“.

Schaden durch illegale Manga-Webseiten steigt

Der Rekord ist zum Teil auf die rege Nachfrage nach Manga zurückzuführen, da viele Menschen wegen der Pandemie mehr zu Hause geblieben sind. Gleichzeitig nimmt aber auch der Schaden, der durch die illegalen Manga-Webseiten verursacht wird, immer mehr zu.

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ABJ, eine Organisation, die hauptsächlich von Verlegern, darunter Shueisha Inc., gegründet wurde, um das Problem der Manga-Piraterie anzugehen, hat eine Liste von etwa 400 Piraterie-Websites erstellt.

Die Zahl der monatlichen Zugriffe auf die drei wichtigsten dieser Seiten zusammengenommen, erreichte im Oktober 2021 um die 326 Millionen Klicks, ein sprunghafter Anstieg gegenüber 12,5 Millionen im Januar 2020.

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Der geschätzte Schaden, der auf der Grundlage der Anzahl der Zugriffe auf die zehn wichtigsten Piraterie-Websites berechnet wurde, belief sich zwischen Januar und Oktober 2021 auf über 780 Milliarden Yen (ca. 5,9 Milliarden Euro). Im Jahr 2020 waren es noch ungefähr 210 Milliarden Yen (ca. 1,6 Milliarden Euro).

Allein der Schaden durch Manga Bank, eine der größten Piratenseiten, soll sich auf über 200 Milliarden Yen belaufen haben. Die Zahl der Zugriffe auf die im Dezember 2019 eingerichtete Seite belief sich auf fast 1 Billion.

Die Seite wurde zwar vom Netz genommen und im November wies ein US-Gericht Unternehmen, darunter auch Google, an,  Informationen der Betreiber offenzulegen, aber der Schaden bleibt.

Besonders für neue Zeichner ist der Schaden groß

„Die Bildqualität der Raubkopien, die in letzter Zeit aufgetaucht sind, ist sehr hoch und fast gleichwertig mit der von E-Books, und unautorisierte Werke einiger Manga-Comics sind im Internet genau an den Tagen zu finden, an denen ihre offiziellen Versionen in den Verkauf gehen“, sagte Manga-Künstler Ken Akamatsu („Love Hina“,  „Negima! Magister Negi Magi“), verärgert.

Akamatsu wies darauf hin, dass der Schaden vorwiegend für neue und unbekannte Comiczeichner groß ist, die nur online aktiv sind und deren Werke noch nicht in Zeitschriften veröffentlicht wurden: „Wenn solche Künstler die Motivation verlieren, könnten sehr unterhaltsame Manga-Werke, die in der Zukunft erschienen wären, am Ende nicht mehr gelesen werden. Wenn wir uns von raubkopierten Werken fernhalten, schützen wir talentierte Künstler, und ich möchte, dass die Menschen Mangas in ihren offiziellen Versionen genießen können.“

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