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Erst verkaufen, dann klauen

Immer mehr Ladendiebstahl auf Bestellung in Japan

In Japan gibt es immer mehr Fälle von Ladendiebstahl auf Bestellung, da diese Methode sehr beliebt bei Dieben geworden ist.

Die Polizei in der Präfektur Kanagawa deckte nun so einen Fall auf. Die Ware wurde also zuerst online verkauft und dann erst gestohlen, um sie zu dem Käufer zu schicken. Für Ladendiebe bedeutet diese Art des Diebstahls, dass sie keine Ware lagern müssen und sich somit das Risiko verringert, erwischt zu werden. Für die Ermittler ist es schwierig, den Tätern auf die Schliche zu kommen.

Erst verkauft, dann geklaut

Im Dezember wurde ein 25-jähriger Mann in Kanagawa verhaftet, weil er zehn Bücher gestohlen hatte. Bei seiner Vernehmung sagte der Mann: „Früher habe ich die Bücher, die ich gestohlen hatte, online verkauft, aber mein Vorrat wurde immer größer. Nachdem ich die Bestellungen erhalten hatte, war es weniger lästig sie zu stehlen.“

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Die Ermittler vermuten, dass der Mann Bilder von Büchern verwendet hat, die andere Leute auf einer Marktplatz-App eingestellt hatten, um eine gefälschte Produktseite zu erstellen und dann Artikel gestohlen hat, für die Leute erfolgreich geboten haben. Die Polizei kam dem Mann aufgrund von Aufnahmen der Sicherheitskamera und eines Rucksacks, den er zurückgelassen hatte, auf die Spur.

Als er von der Polizei befragt wurde, gab er an, dass er auf Internet-Shopping-Seiten nach Artikeln gesucht hatte, die in den Ranglisten ganz oben standen und diese dann zum Diebstahl auswählte und für praktisch den gleichen Preis wie den normalen Einzelhandelspreis verkaufte. Die Polizei entdeckte zusätzlich etwa 40 Bücher in der Wohnung des Mannes und untersucht nun, ob diese auch gestohlen wurden.

Ladendiebstahl auf Bestellung wird immer beliebter

Nach Angaben der nationalen Polizeibehörde wurden im Jahr 2004 insgesamt 158.020 Ladendiebstähle in Japan gemeldet, bis 2019 ist die Zahl auf 93.812 gesunken. Allerdings gab es einen sprunghaften Anstieg der Fälle, in denen gestohlene Gegenstände online verkauft wurden. Für die Behörden ist es nicht einfach, gegen den Verkauf von gestohlenen Artikeln im Internet vorzugehen. Bei massenproduzierten Artikeln wie Büchern ist es schwierig festzustellen, ob der Artikel gestohlen ist oder nicht und selbst wenn sich herausstellt, dass er gestohlen ist, kann es schwierig sein, den Ort ausfindig zu machen, an dem der Artikel gestohlen wurde. Außerdem gibt es keine Garantien, dass das Konto der Person, die den Artikel verkauft, zu der Person führt, die ihn gestohlen hat.

Im Juni 2018 richtete die NPO eine Internet-Arbeitsgruppe ein, mit der Begründung, dass Internetverkäufe Ladendiebstahl begünstigen. Im Juni 2020 wurde diese Arbeitsgruppe zu einer Kommission aufgewertet und sie hat die Gegenmaßnahmen gegen den Verkauf gestohlener Artikel verstärkt. Sie erhält Informationen über verdächtige Konten von Mercari Inc. und Yahoo Japan Corp., die Internet-Marktplätze und Auktionsseiten betreiben und gibt die Informationen bei Bedarf an die Polizei weiter. Im August 2019 wurde durch diese Informationen ein Diebstahl aufgedeckt.

Betreiber von Marktplätzen verschärfen Gegenmaßnahmen

Mercari überwacht Produkte und Transaktionen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr mithilfe von künstlicher Intelligenz und wenn der Verdacht aufkommt, dass Produkte nicht echt sind, werden die Listings gelöscht oder Warnungen ausgesprochen. Yahoo verbietet auch die Auflistung von illegal erworbenen Artikeln und führt regelmäßige Kontrollen in seinem System durch und kooperiert auch mit der Polizei, um Artikel von der Liste zu nehmen.

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