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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapan denkt über strengere Gesetze gegen Sexualverbrechen nach

Sexuelle Übergriffe sollen weiter gefasst werden

Japan denkt über strengere Gesetze gegen Sexualverbrechen nach

JIJI: Japans Gesetze zu Sexualverbrechen stehen seit Langem in der Kritik, dass sie veraltete sind. Zwar wurden sie in den letzten Jahren ein wenig angepasst, aber die Regierung überlegt, noch härte Maßnahmen zu ergreifen.

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Justizministerin Yoko Kamikawa gab am Freitag bekannt, dass sie überlegen würden, die Gesetze zu verschärfen. Sie will sich demnächst mit dem Legislative Council treffen und ihm die Änderungsvorschläge unterbreiten. Insgesamt sind zehn neue Maßnahmen zur Bekämpfung von Sexualverbrechen geplant.

Definition von Sexualverbrechen soll einheitlicher sein

Unter anderem soll es eine breitere Definition von Vergewaltigungen geben, wie der Verwaltung in der Ehe. Bisher wird nur von einer Vergewaltigung gesprochen, wenn es deutlichen Widerstand von Opfern gab, was oft bei der Strafverfolgung große Probleme macht.

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Alles andere wird als „unanständige Handlung“ oder sexuelle Nötigung geführt. Dass Ministerium will nur eine Definition erreichen, nämlich „Sexualdelikt ohne Einwilligung“. Darunter soll es dann für unterschiedliche Verbrechen verschiedene Faktoren beim Strafmaß geben.

Schutzalter soll angehoben werden

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Sexualisierte Aufnahmen sollen auch angesprochen werden, nachdem das Thema durch die Olympischen Spiele in den Fokus gerückt war und es bereits erste Festnahmen wegen sexualisierter Bilder von Sportlerinnen gegeben hatte. Es soll dabei ein System entstehen, bei dem solche Fotos und Videos beschlagnahmt und gelöscht werden, auch wenn es nicht zur Anklage kommt.

Ebenfalls wird überlegt, das Schutzalter von 13 Jahren anzuheben, etwas, was schon lange gefordert wird. Dazu will das Ministerium neue Bestimmungen zu Beziehungen mit Machtungleichgewicht wie zwischen Lehrern und Schülern aufstellen. Es sollen auch Beziehungen zwischen jungen Angestellten und Vorgesetzten erfasst werden, die bisher als Machtmissbrauch eingestuft wurden. Zusätzlich will man die Verjährungsfristen für Sexualverbrechen überprüfen.

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