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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapan geht verstärkt gegen Menschenhandel von ausländischen Auszubildenden vor

Kampf gegen Ausnutzung von Ausländern

Japan geht verstärkt gegen Menschenhandel von ausländischen Auszubildenden vor

Menschenhandel ist in Asien weiterhin ein großes Problem, das auch Japan betrifft. Die Regierung hat deswegen beschlossen, die bisherigen Bemühungen zu verstärken, um Zwangsarbeit bei ausländischen Auszubildenden zu verhindern.

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Am Samstag gab das japanische Arbeitsministerium bekannt, dass sie neue Maßnahmen zur Verhinderung von Menschenhandel umsetzen wollen, in den technische Auszubildende aus dem Ausland verwickelt sind.

Das Technical Intern Training Program von Japan steht schon lange in keinem guten Licht. Eigentlich soll es Menschen aus wirtschaftlich schwachen Ländern eine gute Ausbildung in Japan ermöglichen, damit sie in der Heimat dann einen guten Job bekommen. Oft endet für die Ausländer das Programm jedoch in einem Alptraum.

Behörden und Organisationen sollen Betriebe zusammen überwachen

Sie werden in Japan teilweise extrem ausgenutzt und misshandelt. Massive Überstunden, schlechte Bezahlungen und unangemessene Arbeit gehören noch zu den harmlosen Problemen. Es kommt auch zur Gewalt, Arbeiter werden eingesperrt oder mit verschiedenen Methoden gegen ihren Willen festgehalten.

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Bis Juni 2020 befanden sich in Japan um die 400.000 Personen in dem Programm. Für viele hat sich die Lebenssituation aufgrund der Pandemie extrem verschärft. Mit den neuen Maßnahmen will die Regierung nun besser helfen und die Ausländer vor der Ausnutzung schützen.

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Nach Angaben des Ministeriums haben sie schon letzten Monat die lokalen Arbeitsämter aufgefordert, die Maßnahmen für die Auszubildenden zu verstärken. Es wurde empfohlen, dass die Inspektionsbüros für Arbeitsnormen zusammen mit Organisationen, die Auszubildende vermitteln, die Betriebe überwachen. Sie sollen auch Fälle untersuchen, bei denen möglicherweise Menschenhandel vorliegt oder wo Ausländer um Schutz bitten.

USA kritisiert Japan für den ignorierten Menschenhandel

Bei ernsthaften Fällen soll es auch eine ernsthafte Untersuchung geben und zu einer Weiterleitung an die Staatsanwaltschaft kommen. Ebenfalls sollen die Zuständigen die Zusammenarbeit mit der Polizei verstärken, wenn die Ausländer Opfer von Gewalt oder Freiheitsberaubung werden. Wirkliche rechtliche Änderungen scheinen bisher jedoch nicht vorgesehen sein. Weswegen die Maßnahmen kritisch betrachtet werden.

Das Ministerium reagiert mit den Maßnahmen bereits auf internationale Kritik. Das US-Außenministerium hatte letztes Jahr einen Bericht veröffentlicht, indem sie Japan schwere Vorwürfe machten. Behörden hatten trotz anhaltender Berichte von Zwangsarbeit in dem Programm keinen einzigen Fall von Menschenhandel in ihren Aufzeichnungen angeben. Besonders wurde auch das neue Arbeitsvisum kritisiert.

Japans Arbeitsministerium versprach nach dem Bericht, dass sie ihn ernst nehmen und ihre Bemühung verstärken wollen, um Menschenrechtsverletzungen in dem Programm zu beseitigen. Das hatte Japan in den letzten Jahren bereits öfter versprochen, ohne eine deutliche Besserung zu erreichen.

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