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Zwei ehemalige Mitarbeiter von chinesischen Unternehmen werden verurteilt

Japan spricht Unternehmensberater im Casino-Skandal schuldig

Seit letztem Jahr muss sich Japan mit einem Skandal rund um die geplanten staatlichen Casino-Resorts rumschlagen. Am Montag gab es nun das erste Urteil vor Gericht. Gleich zwei ehemalige Mitarbeiter des involvierten Unternehmens wurden für schuldig befunden.

Das Bezirksgericht von Tokyo verurteilte die beiden ehemaligen Berater von dem chinesischen Casino-Unternehmen 500.com zu einer Haftstrafe auf Bewährung, wie Kyodo berichtete. Für den ersten Mann im Alter von 49 Jahren wurde eine Strafe von zwei Jahren mit drei Jahren Bewährung festgelegt.

Der zweite, 48 Jahre alte Mitarbeiter wurde nur zu einem Jahr und zehn Monaten mit ebenfalls drei Jahren Bewährung verurteilt. Beide gestanden die Anklagepunkte vor Gericht.

Casino-Unternehmen wusste von Bestechungen

Ihnen wurde vorgeworfen den japanischen Abgeordneten Tsukasa Akimoto bestochen zu haben, um bei der Ausschreibung der Casino-Resorts im Vorteil zu sein und die Legalisierung des Glücksspiels in Japan voranzutreiben. Insgesamt sollen 7,6 Millionen Yen an den Politiker in Form von Bezahlung und anderen Dienstleistungen gegangen sein, der im Gegenzug Informationen lieferte.

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Im Urteil hieß es dazu, dass die beiden Männer versuchten den Politiker mit teuren Reisen und Abendessen zu umwerben. Mit Sonderbehandlung sollte er sich wie ein Prinz fühlen. Mit den weiteren Geldgeschenken wollten sie zusätzlich Eindruck schinden. Als ehemaliger Senior Vice Minister des Kabinettsbüros war Akimoto unter anderem für die Überwachung des Casino-Projekts zuständig.

500.com selbst hatte offen Interesse an dem Projekt gezeigt und wollte eins der Resorts als Betreiber eröffnen. Das Gericht ist sich jedoch sicher, dass die Firma von den Bestechungen wusste und sie sogar genehmigte. Die beiden Männer spielen dafür die wichtigen austragenden Rollen, womit sie das Vertrauen der Bevölkerung verletzen und eine harte Strafe verdienen, so das Urteil.

Prozess gegen Abgeordneten lässt noch auf sich warten

Für was das Gericht die beiden Männer jedoch lobte, war ihre Ehrlichkeit. Akimoto hat nämlich versucht sie zu einer Falschaussage zu bewegen. Beide weigerten sich jedoch und sprachen offen über ihr Verbrechen. Der Richter sah das als ein Zeichen der Reue und entschied sich deswegen zu einer Bewährungsstrafe. Akimoto steht hingegen der Prozess noch bevor.

Er wurde erstmals Dezember 2019 wegen Verdacht der Bestechung festgenommen und später auf Kaution freigelassen. Am 20. August wurde er nun wieder festgenommen, diesmal für den Bestechungsversuch der Zeugen. Akimoto selbst streitet alle Vorwürfe ab. Er habe zwar Geld erhalten und Reisen bezahlt bekommen, das sei laut ihm aber alles im legalen Rahmen gewesen.

Von der Bestechung der ehemaligen Mitarbeiter will er nichts wissen. Wann seine erste Gerichtsverhandlung beginnt, ist zurzeit aufgrund der zweiten Festnahm nicht klar und vermutlich wird das Verfahren erst nächstes Jahr beginnen. Schon jetzt sind sich jedoch viele sicher, dass er weiter auf unschuldig plädieren wird.

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