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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapan stellt Haftbefehl gegen chinesischen Ex-Studenten wegen Cyberangriffen aus

Verdächtiger bereits nach China zurückgekehrt

Japan stellt Haftbefehl gegen chinesischen Ex-Studenten wegen Cyberangriffen aus

MS: Am 28. Dezember teilte das Metropolitan Police Department (MPD) mit, dass ihr Büro für öffentliche Sicherheit einen Haftbefehl gegen einen ehemaligen chinesischen Studenten erhalten hat. Dem Studenten wird versuchter Betrug im Zusammenhang mit Cyberangriffen auf die Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) vorgeworfen.

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Der 36-jährige Verdächtige ist bereits nach China zurückgekehrt und es wird angenommen, dass eine Festnahme schwierig werden wird, aber die MPD plant, ihn über die Internationale Kriminalpolizeiorganisation auf eine internationale Fahndungsliste zu setzen.

Student versuchte eine japanische Sicherheitssoftware zu kaufen

Der unter Verdacht stehende Student soll sich den Ermittlern zufolge als ein Angestellter eines japanischen Unternehmens ausgegeben und versucht haben, eine japanische Sicherheitssoftware zu kaufen, die im November 2016 an inländische Unternehmen verkauft wurde.

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Die dafür zuständige Software-Vertriebsfirma überprüfte die Firmenregistrierung des Unternehmens, bei der er zu arbeiten behauptete. Bei dieser Überprüfung stellte sich heraus, dass die Firma nicht existierte und die Software nicht verkauft wurde.

Die verantwortlichen Ermittler sagten des Weiteren, dass der Verdächtige möglicherweise versucht haben könnte, eine Schwachstelle in der Sicherheitssoftware herauszufinden, um groß angelegte Cyberangriffe zu unterstützen, an denen angeblich auch die chinesische Volksbefreiungsarmee beteiligt ist. Darauf lässt sich auch die Entscheidung des MPD zurückführen, das davon ausgeht, dass ein obligatorisches Untersuchungsverfahren erforderlich ist.

Verbindungen zu Tick?

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Der ehemalige Studierende wird außerdem verdächtigt, unter falschem Namen einen Vertrag zur Lizenzierung eines Servers unterzeichnet zu haben, der zwischen 2016 und 2017 bei Cyberangriffen auf etwa 200 heimische Institutionen, darunter JAXA, eingesetzt worden war. An diesen Cyberangriffen soll auch die chinesische Hackergruppe Tick beteiligt gewesen sein.

Die bisherigen Ermittlungen des Büros für öffentliche Sicherheit des MPD haben eine Überschneidung zwischen Tick und Mitgliedern der Einheit 61419 ergeben, bei der sich um eine untergeordnete Organisation der Strategic Support Force der Volksbefreiungsarmee handelt, die ebenfalls für einige Cyberangriffe verantwortlich ist.

Verdächtiger mit einer Angehörigen der Einheit 61419 verheiratet

Bei einer freiwilligen Befragung vor seiner Rückkehr nach China teilte der ehemalige Student dem Büro des MPD mit, dass seine Frau, ein Militärangehörige der Einheit 61419, ihn gebeten habe, über soziale Medien und E-Mails etwas „für dein Land beizutragen“ und ihn angewiesen habe, japanische Sicherheitssoftware zu kaufen und den Serververtrag zu unterschreiben.

Vor dem Hintergrund dieser Cyberangriffe schickte das MPD im April Unterlagen über ein Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas an die Staatsanwaltschaft. Es ging um einen Verdacht der unbefugten Erstellung und Verwendung elektromagnetischer Aufzeichnungen, um einen anderen bei den Angriffen verwendeten Server unter einem Pseudonym zu beauftragen.

Die Fälle, in denen Cyberkriminalität eine übergeordnete Rolle spielt, häufen sich und die japanische Polizei reagiert darauf, indem sie erst Mitte dieses Jahres verkündete, eine Behörde gegen staatlich gelenkte Cyberattacken ins Leben rufen zu wollen.

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