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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapan verhaftet erstmals Personen im Zusammenhang mit technischen Support-Betrügereien

Die meisten der Opfer waren über 60 Jahre alt

Japan verhaftet erstmals Personen im Zusammenhang mit technischen Support-Betrügereien

JIJI: In Japan kam es nun zu der ersten Festnahme im Zusammenhang mit technischen Support-Betrügereien. Es wurden drei verdächtige Personen festgenommen, die vorgegeben hatten, technischen Support für virenverseuchte Computer zu leisten.

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Laut der Abteilung für Cyberkriminalität der MPD erbeuteten die Verdächtigen auf diese Weise zwischen Oktober 2018 und Juli 2019 über 20 Millionen Yen (ca. 154.080 Euro) von über 400 Menschen. 80 Prozent der betroffenen Personen seien über 60 Jahre alt.

Die Tatverdächtigen bestreiten die Vorwürfe

Aktuell liegen noch keinerlei Geständnisse vor. Die drei verdächtigen Personen wehren sich gegen die Vorwürfe und bestreiten den Verdacht auf eine potenzielle Mittäterschaft.

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Die Opfer hatten falsche Benachrichtigungen über ihre Computer erhalten, in denen sie vor einer Virusinfektion gewarnt wurden. In der Nachricht stand außerdem, dass sie nun nicht mehr auf ihre Rechner zugreifen könnten und innerhalb der nächsten fünf Minuten einen Anruf tätigen müssten, wenn sie das Problem beheben wollten.

Viele der gerade etwas älteren Betroffenen wurden daraufhin nervös und kamen den Anweisungen nach.

Betrüger setzten auf falsche Virusmeldungen

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Die besorgten Opfer riefen die in der Nachricht angegebene Nummer an, woraufhin sich eine Person meldete, die vorgab, den Virus für sie entfernen zu können. Die Person forderte sie noch im selben Gespräch dazu auf, einem Vertrag für einen zukünftigen technischen Support zuzustimmen.

Den Betroffenen wurden daraufhin 30.000 Yen für einen Halbjahresvertrag in Rechnung gestellt.

Die mutmaßlichen Betrüger sollen eine Fernsteuerungssoftware verwendet haben, die es ihnen ermöglichte, die Computer ihrer Opfer auch aus sicherer Entfernung zu bedienen.

Es wird angenommen, dass die falschen Benachrichtigungen mithilfe eines Systems zum zufälligen Anzeigen von Werbung angezeigt wurden.

Eine misstrauische Betroffene meldete den Fall der Polizei

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Die drei Personen wurden wegen des Verdachts festgenommen, im Mai 2019 im Rahmen eines technischen Support-Betrugs eine über 50-jährige Frau aus Tokyo um etwa 30.000 Yen betrogen zu haben.

Die betroffene Frau hatte dem Dienst, der ihr da angeboten wurde, misstraut und ihn daraufhin umgehend der Polizei gemeldet.

Insgesamt kommt es in Japan immer häufiger zu Cyberangriffen.

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