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Täter gibt Hasskommentare zu

Japaner soll wegen Cybermobbing gegen Hana Kimura angeklagt werden

Im Mai hatte sich der Fernseh-Star und Wrestlerin Hana Kimura im Alter von nur 22 Jahren vermutlich das Leben genommen. Hintergrund für ihren mutmaßlichen Suizid waren zahlreiche Hassnachrichten, die sie über das Internet erhielt. Ihre Mutter hat deswegen angekündigt gegen die Täter vorzugehen. Nun könnte tatsächlich eine Person wegen des Cybermobbings vor Gericht kommen.

Die Polizei von Tokyo verdächtig einen aus Osaka stammenden Mann in den Zwanzigern des Cybermobbings gegen Kimura. Wiederholt soll er anonyme in mehreren Kommentaren gefragt haben, ob ihr Leben überhaupt einen Sinn hätte und wann sie endlich sterben würde.

Mann gibt Hasskommentare zu

Laut der Polizei hat sich der Mann bereits im Juni selbst gestellt und Kimuras Familie per E-Mail eine Entschuldigung angeboten. In einer Befragung durch die Polizei bestätigte er, dass er begann Kimura zu hassen, als er sie der TV-Show Terrace House gesehen hatte und dass er ihr wehtun wollte.

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Es wird nun versucht, ihn wegen Online-Verleumdung an die Staatsanwaltschaft zu verweisen damit es zu einem Gerichtsprozess kommen kann. Sollte sie einen Prozess zulassen, könnte es zu einer Festnahme und Anklage des Mannes kommen.

Der Verdächtigte ist jedoch nur einer von vielen. Kurz vor ihrem Tod hatte Kimura getwittert, dass sie jeden Tag bis zu 100 Hassnachrichten bekommt, die sie wirklich ernsthaft verletzten. Aber auch untere ihren Beiträgen in den sozialen Medien tauchten viele negative Kommentare gegen sie auf. Seitdem hat die Polizei auf Anfrage der Familie zahlreiche dieser Kommentare und Nachrichten untersucht.

Cybermobbing wegen einer Realityshow

Ihr Todesfall hat sehr deutlich gemacht, was für ein großes Problem Cybermobbing in Japan ist und wie dringend Maßnahmen benötigt werden. Tatsächlich arbeitet die Regierung bereits daran, dass System zu Identifizierung von Tätern, um sie anzuklagen, zu vereinfachen. Experten sind jedoch der Ansicht, dass das nicht reicht und das soziale Netzwerke anonyme Hasskommentare gleich verhindern sollen.

Im Fall Kimura hatte vor allem der Auslöser für den Hass schockiert. Grund für das Cybermobbing war eine Szene in der international erfolgreichen Realityshow „Terrace House Tokyo 2019–2020“. In der Serie leben drei Männer und drei Frauen zusammen und wurden angeblich ohne Drehbuch bei ihrem Alltag verfolgt.
In einer Folge vom März war Kimura in einen Streit mit einem anderen Bewohner verwickelt, der eins ihrer Wrestling Kostüme versehentlich zerstört hatte. Dabei schlug sie ihm die Mütze vom Kopf. Die Szene sorgte online für große Empörung und Kimura wurde heftig angegriffen.

Mutter geht gegen Fernsehsender vor

Nach dem Tod von Kimura stellte sich heraus, dass die Szene so wie viele andere gespielt waren und die Darsteller gar nicht in dem Haus lebten. Kimura wurde dabei wohl unter Druck gesetzt, den anderen Darsteller im angeblichen Streit zu schlagen. Sie weigerte sich und ließ sich nur zu bekannten Szene überreden.

Die Serie wurde bereits kurz nach Kimuras Tod abgesetzt und soll nicht mehr produziert werden. Die Produzenten und der Fernsehender Fuji Television sehen bei sich keine Schuld für das Mobbing. Kimuras Mutter hat hingegen eine Beschwerde bei der Japans Broadcasting Ethics and Program Improvement Organization (BPO) gegen den Sender eingereicht, da er ihre Tochter unter Druck gesetzt hatte.

Anmerkung der Redaktion: Sollten Sie Suizidgedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen helfen konnten, einen Ausweg aus einer problematischen Situation zu finden.

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