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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapaner verhaftet, weil er unrechtmäßig erhaltenes Corona-Geld nicht zurückgeben will

Die Stadt überwies dem Mann aus Versehen 46 Millionen Yen

Japaner verhaftet, weil er unrechtmäßig erhaltenes Corona-Geld nicht zurückgeben will

Die Corona-Pandemie war auch finanziell für viele Menschen in Japan eine Herausforderung. Gerade die Haushalte, die vorher kaum über die Runden kamen, hat die Pandemie schwer getroffen, deswegen genehmigte die Regierung Gelder, um diesen Menschen zu helfen.

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Auch ein 24-jähriger Mann aus der Stadt Abu (Präfektur Yamaguchi) sollte in den Genuss dieser Unterstützung kommen. Durch einen Zufall erhielt er allerdings nicht nur seine Summe, sondern das komplette Hilfsgeld für die Stadt. Jetzt wurde er von der Polizei von Yamaguchi verhaftet, weil er sich weigerte, die unrechtmäßig erhaltene Hilfe zurückzugeben. Vielmehr erklärte der Mann, dass er die Bezüge bereits von seinem Konto abgehoben und verspielt habe.

Japaner hat scheinbar alles Geld verzockt

Nach Angaben der Polizei handelt es sich um einen Arbeitslosen, der in der Stadt Abu, im Bezirk Fukudashimo lebt. Am 18. Mai wurde er wegen des Geldes wegen Verdachts auf Internetbetrug festgenommen. Nach Angaben der Polizei hat der Verdächtige die Vorwürfe mittlerweile zugegeben. Ein Verantwortlicher der Stadt erklärte, dass dem jungen Mann versehentlich 46,3 Millionen Yen (circa 342.000 Euro) überwiesen wurden. Er erhielt das Geld aus einem Finanzpaket, das die Regierung im vergangenen Jahr auf den Weg brachte.

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Menschen, die in finanziell schwachen Verhältnissen lebten, erhielten zur Abschwächung der Pandemie-Folgen 100.000 Yen (circa 740 Euro). Von diesen Mitteln sollten 4632 Haushalte in Abu profitieren. Durch einen Überweisungsfehler erhielt der junge Mann aber alleine das zusätzliche Geld. Sich des Irrtums bewusst überwies er trotzdem mit seinem Smartphone vier Millionen Yen (etwa 30.000 Euro) an einen Online-Zahlungsdienstleister.

Nach Angaben der Stadt haben man den Mann kurze Zeit später, genau genommen bereits am 8. April, kontaktiert und ihn auf die irrtümliche Überweisung hingewiesen. Damals erklärte er, dass er das Geld zurückgeben wolle. Kurz vorher hatte ein Beamter der Stadtverwaltung den Fehler bemerkt. Gemeinsam mit einigen Beamten der Stadt sei der Mann zu seiner Bank gegangen. Als dann die Zeit kam, die Hilfe zurückzuüberweisen, weigerte sich der Mann jedoch.

Mehr als 46 Millionen Yen innerhalb in 11 Tagen verspielt

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Am 21. April erklärte der Japaner, dass er das Geld auf verschiedene Konten überwiesen haben und es deswegen nicht zurückgeben könne. Gleichzeitig versprach er, seinen Fehler wiedergutmachen zu wollen. Die Stadt reichte im Gericht von Hagi, das zum Bezirksgericht Yamaguchi gehört, Klage ein. Darin verlangte die Stadt, die Rückgabe der zu viel gezahlten Beihilfe zuzüglich der Anwaltskosten.

Gegenüber seinem Anwalt erklärte der arbeitslose Japaner, dass er das gesamte Geld auf ausländischen Online-Kasino-Seiten verspielt habe. Aus Aufzeichnungen des Bankkontos geht hervor, dass innerhalb von 11 Tagen, beginnend am 8. April, insgesamt 34-mal Geld vom Konto des Mannes überwiesen wurde. Der höchste Einzelbetrag belief sich dabei auf vier Millionen Yen.

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