Stats

Anzeige
Home News Kriminalität & Recht Japaner wegen Betrug mit Kundendaten verhaftet

Kundendaten gestohlen und illegal weitergegeben

Japaner wegen Betrug mit Kundendaten verhaftet

Datenschutz ist nicht umsonst ein wichtiges Thema, denn mit Daten kann man viel Unsinn anstellen. So tat es auch der ehemalige Präsident einer Handy-Verkaufsagentur, der nun verhaftet wurde.

Er steht im Verdacht, gegen das Gesetz zur Verhinderung unlauteren Wettbewerbs verstoßen zu haben, indem er die Bankdaten von Kunden des Mobilfunkanbieters Softbank gestohlen hat, so Quellen, die mit den Ermittlungen in Verbindung stehen.

Zusammenhang mit weiterem Betrug

Die Tokyo Metropolitan Police Department’s Cybercrime Control Division und andere Behörden haben den 35 Jahre alten Mann aus Setagaya Ward (Tokyo) verhaftet, weil er angeblich ohne Erlaubnis die Namen, Bankkontonummern und andere Informationen von 6.400 SoftBank-Kunden, mit denen er zwischen 2015 und 2018 Kaufverträge abgeschlossen hatte, in einem Cloud-Service gespeichert hat. Er soll die Informationen dann für Verkaufsaktivitäten verwendet haben, unter anderem in einem separaten Unternehmen, das Wasserspender verkauft.

LESEN SIE AUCH:  Betrug bei digitalen Zahlungsdienstleistern in Japan weitet sich aus

Die Behörde glaubt, dass die durchgesickerten Informationen an einen Angeklagten in einem Betrugsfall weitergegeben wurden, der wegen angeblichen Missbrauchs von elektronischen Zahlungsdiensten wie der virtuellen Geldbörse von NTT Docomo Inc, Docomo Koza, verhaftet wurde.

Mann gibt sich unschuldig

Die Firma, für die der Mann tätig war, ist ein Zweitvertriebsagent für Softbank Corp. und seine Mitarbeiter duplizierten und fotografierten Dokumente, die von Tablets ausgedruckt wurden, die Kunden zur Eingabe persönlicher Daten beim Abschluss von Verträgen für Mobiltelefone verwendeten.

Als Reaktion auf die Ermittlungen sagte der Verdächtige Berichten zufolge: „Ich dachte nicht, dass es gegen das Gesetz verstößt. Ich wusste, dass die Mitarbeiter es für den Verkauf benutzten, aber ich habe ihnen keine Anweisungen gegeben, dies zu tun.“

Weiterer Fall führt Ermittler auf Fährte

Der Fall kam während einer anderen Untersuchung ans Licht. In diesem Fall war ein 37-jähriger Arbeitsloser angeklagt, weil er illegal Geld bei Docomo Kouza und PayPay, einem Smartphone-Bezahldienst, der gemeinsam von Softbank und Yahoo Japan Corp. betrieben wird, abgebucht hatte.

Bei der Untersuchung eines Computers, der dem Mann gehörte, wurden die persönlichen Daten von etwa 9.500 Personen gefunden. Es wird vermutet, dass die Daten von dem Verdächtigen ehemaligen Präsidenten der Handy-Verkaufsagentur entwendet wurden. Darunter befanden sich auch Kunden von anderen Netzwerken als Softbank, wie z.B. Low-Cost-Carrier, für die seine Firma ebenfalls einen Vertrag als Vertriebsmitarbeiter hatte.

Softbank reagiert auf Vorfälle

Es wird vermutet, dass der arbeitslose Verdächtige aus dem ersten Fall ohne Erlaubnis etwa 60 Kundenkonten mit einem elektronischen Zahlungsdienst verbunden hat und etwa 23 Millionen Yen an illegal eingezahlten Geldern verwendet hat, um Computer und andere gekaufte Artikel weiterzuverkaufen. Das verwendete Bankkonto hatte die gleiche Kontonummer wie das des zweiten Verdächtigen.

Der arbeitslose Mann stritt die Vorwürfe ab und der ehemalige Präsident der Agentur erklärte, dass „der Mann, ein Bekannter von mir, die Informationen ohne meine Genehmigung genommen hat.“ Nach Bekanntwerden des Vorfalls stellte Softbank die Praxis ein, die Vertragsdaten bei den Verkaufsvertretern auszudrucken und den Kunden auszuhändigen. Es ist nicht der erste Betrugsfall, in den das Unternehmen in letzter Zeit verwickelt ist.

Anzeige
Anzeige