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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapaner wegen mehr als 9.000 Fake-Reservierungen für Luxuszug festgenommen

Der Mann aus Saitama wusste seine Bahn-Leidenschaft zu nutzen

Japaner wegen mehr als 9.000 Fake-Reservierungen für Luxuszug festgenommen

Japanische Unternehmen locken ihre Kunden oftmals mit streng limitierten Angeboten, für die man sich vorher anmelden oder eine Reservierung einreichen muss. Mittlerweile gab es bereits des Öfteren Probleme, weil eine Person eine Vielzahl an Voranmeldungen abgab, ohne diese später wahrzunehmen oder die entsprechenden Kosten zu bezahlen. Jetzt hat es auch einen großen Anbieter von Luxus-Zugreisen erwischt.

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Romancecar ist der Name eines gefragten Expresszuges der Odakyu Electric Railway, der zwischen Tokyo und den Städten Hakone und Gotemba verkehrt. Die Städte sind vor allem wegen ihres schönen Blicks auf den Berg Fuji bei Reisenden sehr beliebt. Der Romancecar bietet allerlei Luxus für seine Reisenden. Neben besonders leckerem Essen ermöglichen spezielle Fenster während der Fahrt einen Blick auf die malerische Landschaft.

Nur mit Reservierung in den Luxuszug

Daher kostet die Fahrt dann aber auch etwa doppelt so viel wie in einem normalen Zug. Ein 48-jähriger Mann aus der Stadt Shiki (Präfektur Saitama) war jedoch mit dem Service an Bord des Luxuszuges nicht zufrieden und brachte seinen Unmut auf besondere Art zum Ausdruck. Nach Angaben des Tokyo Metropolitan Police Department nahm der Verdächtige zwischen März und November 2021 9.313 Reservierungen für den Romancecar vor, allerdings ohne die Absicht, die Reise wirklich anzutreten oder zu bezahlen.

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Circa 90 Prozent der Fake-Buchungen sollen Plätze für die Aussichtsplattform gewesen sein, die einen besonders schönen Blick ermöglichen und deswegen sehr begehrt sind. Bei seiner Festnahme erklärte der Täter, er wäre mit seinem Job unzufrieden und sei mit der Service-Einstellung des Personals im Zug nicht einverstanden gewesen. Gemäß seinen Angaben fahre er leidenschaftlich gern mit dem Luxuszug, aber bei einer dieser Reisen hätten sich einige Passagiere auf der Aussichtsplattform danebenbenommen, ohne vom Schaffner davon abgehalten zu werden.

Die Odakyu Electric Railway ermöglicht es ihren Fahrgästen, Reservierung für Plätze zu tätigen, ohne diese vorher bezahlen zu müssen. Selbst wenn keine Bezahlung erfolgt, bleibt die Buchung bis 15 Minuten vor Abfahrt des Zuges bestehen. Da es im Zug nur reservierbare Plätze gibt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass nicht eingenommene Plätze leer bleiben, sehr groß und bedeuten für das Unternehmen einen großen Verlust.

Reservierung für Luxusuzug in Frage gestellt
Blick in und aus dem Luxuszug Bild: Senkei News

Kostenfreier Service wird hinterfragt

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Viele Reisenden wissen die Möglichkeit, erst bei Fahrtantritt zu zahlen, die die Odakyu Electric Railway anbietet, sehr zu schätzen. Umso empörter reagieren die Menschen, wenn dieser Service ausgenutzt wird. Gerade die Tatsache, dass der Täter besonders beliebte Plätze blockierte, stieß auf viel Kritik. Da der Mann selbst gern Zug fährt, wusste er außerdem genau, welche Plätze zu welchen Zeiten den größten Schaden für den Anbieter darstellten.

Die Anwälte der Bahngesellschaft sind aktuell dabei, den tatsächlich entstandenen Schaden zu ermitteln. Gleichzeitig habe man sich entschieden, auf jeden Fall Klage gegen den unliebsamen Fahrgast einzureichen. Ob die kostenfreien Reservierungen deswegen infrage gestellt werden, ließ die Bahngesellschaft erst einmal offen.

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