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HomeNewsKriminalität & RechtJapanische Ärzte des ALS-Sterbehilfe-Falls sind in weiteren Todesfall verwickelt

Todesfall ereignete sich 2011

Japanische Ärzte des ALS-Sterbehilfe-Falls sind in weiteren Todesfall verwickelt

Zwei japanische Ärzte sorgten letztes Jahr für Aufsehen, da sie einer an ALS erkrankten Frau Sterbehilfe geleistet haben. Die beiden Männer sollen nun in einen zweiten Todesfall verwickelt sein.

Am 12. Mai wurden die Ärzte, beide 43 Jahre alt, von der Kyoto Polizei verhaftet. Sie sollen zusammen am 5. März 2011 einen 77 Jahre alten Mann getötet haben, welcher der Vater von einem der Ärzte war. Obwohl der Tod sehr verdächtig ist, hat die Polizei ein Problem.

Witwe wird ebenfalls verdächtigt

Da der Fall schon lange zurückliegt, gibt es nur Indizienbeweise, zu denen auch ein fragwürdiger Todesbericht gehört. Der Verdacht der Ermordung kam auf, nachdem Polizisten die E-Mails der Ärzte überprüft hatten. Sie stellten dabei fest, dass sie wohl eine Tötung geplant hatten, wobei der Name des Vaters nicht direkt genannt wird.

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Der Vater war lange Zeit in Nagano in einem Krankenhaus in Behandlung. An seinem Todestag wurde er entlassen, da er in ein Krankenhaus in Tokyo verlegt werden sollte. Dort kam er jedoch nie an und es gibt keine Aufzeichnungen zu ihm.

Mit den beiden Männern wurde auch die 76 Jahre alte Ehefrau und Mutter festgenommen, weil sie in dem Fall verwickelt sein soll. Sie hatte am Todestag beim Chuo Bezirk in Tokyo die Dokumente eingereicht, dass ihr Mann am Nachmittag in dem gemieteten Apartment verstorben sei.

Das fand die Polizei sehr auch sehr verdächtig und stellte Nachforschungen an. Der behandelnde Arzt des Mannes erklärte, dass sein Gesundheitszustand zwar nicht gut war, er aber nichts hatte, was zu einem sofortigen Tod geführt hätte.

Polizei geht bisher nicht von illegaler Sterbehilfe aus

Hinzu kommt, dass die Sterbeurkunde von einem Bekannten der beiden Ärzte ausgefüllt wurde. In ihr wurden Herz- und Kreislaufprobleme als Todesursache vermerkt. Die angegeben medizinische Einrichtung, in welcher der Doktor wohl gearbeitet hat, existiert aber überhaupt nicht.

Bei einer freiwilligen Befragung gab der Doktor an, dass er damals noch Auszubildender war und sich nicht mehr daran erinnern kann, ob er die Sterbeurkunde ausgefüllt hat oder nicht.

Die Polizei geht zurzeit davon aus, dass die beiden Männer und die Witwe zusammen die Sterbeurkunde und den Todesbericht gefälscht haben, um einen natürlichen Tod zu vermitteln. Allerdings gibt es bisher kein Motiv und auch ist nicht beantwortet, was die genaue Todesursache nun war. Letzteres wird sich auch nicht mehr beantworten lassen, da der Mann ohne Obduktion eingeäschert wurde.

Die Männer wurden erstmals festgenommen, nachdem sie August 2020 einer Frau in Kyoto geholfen hatten, die wegen ihrer ALS-Erkrankung nicht mehr leben wollte, sich mit einer tödlichen Injektion das Leben zu nehmen. Die Sterbehilfe wurde vorher genaustens geplant und geschah im vollen Einverständnis der Frau, die sogar selbst die Bezahlung festlegte. Trotzdem wurden sie wegen der Tötung auf Wunsch angeklagt, da Sterbehilfe in Japan illegal ist.

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