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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapanische Beamte wegen Betrugs mit Corona-Geldern verhaftet

Beamte steckten Geld in eigene Tasche

Japanische Beamte wegen Betrugs mit Corona-Geldern verhaftet

In Japan wurden zwei junge Beamte wegen des Verdachts auf Erschleichung von Leistungen verhaftet. Sie sollen sich staatliche Gelder, die gerade im Hinblick auf die Folgen der Pandemie für kleinere Unternehmen gedacht gewesen waren, ‚in die eigenen Taschen gesteckt‘ haben.

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Die beiden Beamten wurden am 25. Juni wegen des Verdachts auf Betrug verhaftet, wie Beamte der Tokyoter Stadtpolizei noch am selben Tage mitteilten. Das Geld soll einer von ihnen für einen höheren Lebensstandard ausgegeben haben, so bewohnte er eine Hochhauswohnung, deren Miete sein Gehalt weit überstieg.

Mitarbeiter kennen sich seit der Schulzeit

Die beiden 28 Jahre alten Männer waren Klassenkameraden in der Oberschule gewesen und arbeiteten aktuell zusammen im Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie.

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Der Erste trat 2018 in das Ministerium ein, der andere folgte zwei Jahre später. Sie arbeiteten in verschiedenen Abteilungen des Büros für Wirtschafts- und Industriepolitik des Ministeriums.

Corona-Gelder unrechtmäßig beantragt

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Die Polizei verdächtigt die beiden, das vom Ministerium überwachte Programm zur Unterstützung von Kleinunternehmen und Einzelunternehmern, die aufgrund der COVID-19-Pandemie Umsatzeinbußen erlitten haben, missbraucht zu haben.

Der Genehmigungsprozess für das Programm war zu Beginn etwas simpel, weil die Notwendigkeit bestand, die finanzielle Unterstützung so schnell wie möglich bereitzustellen, um Massenkonkurse zu verhindern. Das wurde aber teilweise ausgenutzt.

Den Ermittlungsquellen zufolge gaben sich die beiden Männer etwa ab Ende Dezember als Mitarbeiter eines Kleinunternehmens aus und beantragten die Mietzuschüsse, indem sie Bilddaten von gefälschten Mietverträgen auf der vom Ministerium für das Programm eingerichteten speziellen Website einreichten.

Anfang Januar erhielten sie eine Pauschalsumme von etwa 5,5 Millionen Yen (etwa 41.500 Euro), die dann auch auf den Namen des Unternehmens überwiesen worden ist.

Betrug mit Scheinfirma

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Während einer der beiden den Antrag einreichte, wurde der größte Teil des Geldes vom anderen abgegriffen, der laut Ermittlungsquellen sofort eine teure Schweizer Uhr kaufte. Zudem besaß er auch mehrere teure ausländische Autos.

Einer der beiden gründete im November 2019, bevor er ins Ministerium eintrat, eine Papierfirma und beantragte nun unter deren Namen die Subvention.

Laut der Firmenregistrierung war die Adresse auf seinen Wohnsitz eingetragen. Er war der Gründungspräsident des Unternehmens, aber das Unternehmen würde nun von einem weiblichen Verwandten geleitet.

Ministerium entschuldigt sich

In ihrem Antrag gaben die beiden an, drei Büroräume mit einer Gesamtmiete von etwa 2 Millionen Yen zu nutzen. Die tatsächlichen Standorte waren der Wohnsitz des angeblichen Gründungspräsidenten, der Wohnsitz von einem seiner Verwandtem und das Haus, in dem der andere Verdächtige aufgewachsen ist.

Auch die Umsatzzahlen der Firma wurden angeblich gefälscht, da die Firma keine Geschäfte zu machen schien.

Ihre Kollegen im Ministerium stellten eigene Ermittlungen an, weil einer der beiden in einer Eigentumswohnung im noblen Ichibancho-Viertel im Tokyoter Bezirk Chiyoda lebte.

In einer Erklärung drückte das Ministerium sein tiefes Bedauern über die Angelegenheit aus und verpflichtete sich, bei den polizeilichen Ermittlungen voll zu kooperieren.

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