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Entschädigung wird als großer Erfolg gesehen

Japanische Firma entschädigt ehemaligen Mitarbeiter nach unfreiwilligem Outing

In Japan haben es sexuelle Minderheiten weiterhin schwer am Arbeitsplatz, da es kaum Gesetze zu ihrem Schutz gibt. So bleiben unfreiwillige Outings durch Kollegen oder Chefs weiterhin ein Problem. In einen seltenen Fall hat nun jedoch eine Firma in Tokyo entschieden, einen ehemaligen Mitarbeiter zu entschädigen.

Am Samstag bestätigte eine sachnahe Quelle, dass es zwischen den Geschädigten und dem Unternehmen wohl zu einer außergerichtlichen Einigung gekommen ist. Bei der Firma im Toshima Bezirk von Tokyo wurde ein Mann in den Zwanzigern gegen seinen Willen letztes Jahr von einem Vorgesetzten geoutet.

Vorgesetzter verstand Problem des Outings nicht

Die Firma versprach, dass sie ein Entschädigungsgeld wegen der psychischen Belastung zahlen werden und entschuldigten sich bereits im Oktober bei dem Mann. Sie wollen damit auch ein Zeichen für die Entwicklung zur Beseitigung der Diskriminierung von LGBT-Menschen setzten. Allgemein nehmen sie die Angelegenheit ernst und wollen sich bemühen ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern.

Mehr zum Thema:  Tokyo-Universität wird endgültig im Todesfall eines zwangsgeouteten Studenten freigesprochen

Der Mann hatte beim Arbeitsbeginn gegenüber der Firma seine sexuelle Orientierung offengelegt, sie jedoch gebeten, die Information nicht weiterzugeben, da er selbst sich vor den Kollegen outen wollte, wenn er dafür bereit sei.

Einige Monate später begann jedoch eine weibliche Teilzeitangestellte ihn zu meiden und dann sogar komplett den Job zu kündigen. Bei einer Trinkparty stellte sich dann heraus, dass die Frau von seinem Vorgesetzten erfahren habe, dass er schwul sei. Dem schien die Problematik überhaupt nicht bewusst zu sein und er habe ihm lachend erklärt, dass er dachte, dass es kein Problem sei, wenn er es nur einer Person erzähle.

Gesellschaft soll von dem Fall lernen

Der Gesundheitszustand des Mannes verschlechterte sich danach und bei ihm wurde ein psychische Erkrankung diagnostiziert. Am Ende kündigte er auch und wand sich dann diesen Juni an das Bezirksbüro wegen der Verordnung zum Verbot von unfreiwilligen Outings.

Gegenüber Reportern erklärte der Mann, dass es für ihn lange und schmerzvoll bis zu der Einigung mit der Firma waren. Er sei deswegen nun froh, wenn sein Fall eine Gelegenheit ist, um unfreiwillige Outings in der Gesellschaft und am Arbeitsplatz zu verhindern.

Wie der Mann angab, versteht die Gesellschaft und die Arbeitswelt noch nicht, wie schmerzhaft und hart ein Outing sein kann. Der Mann plant zurzeit zusätzlich einen Arbeitnehmerentschädigungsanspruch einzureichen, da er weiterhin in medizinischer Behandlung ist.

Entscheidung von der Firma kommt überraschend

Erst im Juni wurden Richtlinien zum Machtmissbrauch am Arbeitsplatz erlassen. Das unfreiwillige Outing durch einen Vorgesetzten wurde dabei auch mit aufgenommen und Firmen wurden aufgefordert auch bei sexuellen Minderheiten Maßnahmen gegen Machtmissbrauch und Mobbing zu ergreifen. Allerdings gaben viele Experten an, dass die Reglungen nicht ausreichen, da es sich nur Richtlinien handelt und die Möglichkeiten begrenzt sind.

Es ist deswegen nun äußerst überraschend, dass es zwischen Geschädigten und der Firma zu einer außergerichtlichen Einigung gekommen ist, weswegen der Fall als bahnbrechend im Fall gegen die Diskriminierung genannt wird. Das liegt daran, dass derartige Rechtsstreitigkeiten allgemein in Japan eher ungewöhnlich sind, da das Verständnis für sexuelle Minderheiten noch ziemlich oberflächlich ist.

Aus dem Grund deswegen schon lange ein umfassendes landesweites Gesetz gefordert, das sexuelle Minderheiten allgemein schützt. Zuletzt wurde nun eine Petition gestartet, um die Umsetzung Gesetzes zur Gleichstellung zu erwirken. Zuletzt hatte eine Statistik ergeben, das 25 Prozent der LGBTQ-Menschen in Japan unfreiwillige Outings erleben.

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