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HomeNewsKriminalität & RechtJapanischer Student verklagt Universität wegen Online-Unterrichts

Er möchte einen Teil seiner Studiengebühr zurück

Japanischer Student verklagt Universität wegen Online-Unterrichts

Während der Corona-Pandemie müssen sich auch Universitäten einschränken. Viele stellten den Unterricht komplett auf Online-Unterricht um und einige sind mehr als ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie aufgrund weiterhin zu hoher Zahlen noch nicht zum Präsenzunterricht zurückgekehrt.

Das ist für viele Studenten eine Belastung. Ein 19-jähriger Student ist nun so frustriert über das Fehlen des Präsenzunterrichts, dass er die Institution auf Rückzahlung des Schulgeldes verklagen will.

Studium nur aus der Ferne

Der junge Mann studiert seit April 2020 an der Meisei University in Hino. Seit Beginn seiner Universitätslaufbahn gab es an der Uni keine Präsenzveranstaltungen. Daher beschuldigt er die Universität, ihrer Verpflichtung, persönliche Lernmöglichkeiten anzubieten, seit mehr als einem Jahr nicht nachgekommen zu sein.

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Der BWL-Student erlebte seine erste Enttäuschung mit der Absage der Aufnahmezeremonie zur Begrüßung neuer Studenten, die auch in anderen Einrichtungen verschoben oder abgesagt wurden. Kurz darauf verkündete die Fakultät für Betriebswirtschaftslehre, dass sie für das gesamte Geschäftsjahr 2020 nur noch Online-Kurse anbieten würden.

Diese laufen meist so ab, dass die Studenten dazu aufgefordert werden, sich ein zuvor aufgezeichnetes Vorlesungsvideo anzusehen und dazu dann einen Bericht einzureichen. Eine wirkliche Interaktion war dabei nicht möglich.

„Ich sah die Professoren nur durch einen Computerbildschirm“, sagte der Student. „Es gab keine Möglichkeit, Freunde zu finden, mit denen man sich unterhalten und Fragen aus dem Unterricht stellen konnte. Ich fühlte mich einsam.“

Online-Unterricht nicht ausreichend begründet

Er behauptet, die Universität habe ihre Entscheidung, die Online-Kurse fortzusetzen, nicht ausreichend erklärt und er sagte, das habe ein Gefühl des Misstrauens geschaffen. Frustriert von der Situation, beschloss er die Universität zu verklagen.

Ermutigt wurde er dabei von seinem Vater. In vorbereiteten juristischen Dokumenten wies der Student darauf hin, dass das Bildungsministerium im Juli und September 2020 die Universitäten gebeten hatte, Gelegenheiten für Studenten und Professoren zu schaffen, bei denen sie sich treffen können.

Sollte das nicht möglich sein, förderte die Regierung Erklärung, warum man nicht in der Lage sei, persönlichen Unterricht anzubieten. Viele versuchten deswegen, zumindest teilweise einen Präsenzunterricht zu ermöglichen.

Schadensersatz gefordert

Aber die Meisei University handelte nach Ansicht des Studenten gegen die Aufforderung des Ministeriums und erfülle damit nicht ihre vertragliche Verpflichtung, Studenten ihre Einrichtungen nutzen zu lassen.

Es wird erwartet, dass er 1,4 Millionen Yen (etwa 10.500 Euro) als Entschädigung fordern wird, was einen Teil der Studiengebühren beinhaltet.

„Viele Studenten sind besorgt und stellen die Entscheidung der Universität infrage, die Online-Kurse fortzusetzen, ohne die Angelegenheit sorgfältig zu prüfen“, sagte er. „Jemand muss etwas dazu sagen.“

Universität möchte sich nicht äußern

Ein Vertreter der Universität sagte, dass alle Abteilungen seit dem Frühjahr letzten Jahres nur noch Online-Kurse angeboten hätten. Ab letztem Herbst kehrten einige Kurse zu einem Face-to-Face-Format zurück, aber die betriebswirtschaftliche Abteilung hielt das ganze letzte Geschäftsjahr über an Online-Kursen fest.

Die Richtlinien wurden auf der Portal-Website für Studenten und auf der Website der Universität veröffentlicht, sagte der Vertreter.

Er ergänzte, dass Studienanfänger im Fachbereich Betriebswirtschaftslehre im September 2020 und im März dieses Jahres zwei Gelegenheiten hatten, sich untereinander sowie mit älteren Studenten und Professoren zu treffen. Zur Klage des Studenten wollte er sich nicht äußern.

Universitäten halten weiterhin viele Online-Kurse ab

Eine Umfrage des Bildungsministeriums ergab, dass im Oktober letzten Jahres 187 Schulen, darunter Universitäten und Fachhochschulen, angaben, dass Präsenzkurse weniger als die Hälfte aller angebotenen Kurse ausmachten.

Achtzehn dieser Schulen sagten, dass „fast alle Studenten die Formate der Kurse verstanden und akzeptiert haben.“

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