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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapanischer Verlag muss Liste mit diskriminierten Wohngebieten entfernen

Publisher will Berufung einlegen

Japanischer Verlag muss Liste mit diskriminierten Wohngebieten entfernen

MS: In Japan gibt es einige Gegenden, die aufgrund ihres historischen Hintergrunds unter einen besonderen Schutz stehen, weil sie in der Vergangenheit diskriminiert wurden. Aus dem Grund muss ein Verlag jetzt eine Online-Liste mit solchen Wohngebieten löschen.

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Das Bezirksgericht Tokyo entschied am 27. September, dass der Publisher Jigensha den Teil einer Liste entfernen muss, auf der historisch diskriminierte Viertel stehen. Das Unternehmen hatte 2016 ein Buch veröffentlicht, in dem die Namen von sogenannten Buraku-Gemeinden aufgelistet waren.

Verlag muss Entschädigung zahlen

Gleichzeitig wurde eine Online-Liste mit Namen und Privatadressen der Führungskräfte der Buraku Liberation League veröffentlicht. Das Tokyo Legal Affairs Bureau hatte im selben Jahr Jigensha aufgefordert die Liste zu löschen, dem sie erst nach zwei Wochen nachkamen und dazu wurde eine neue Liste mit Wohngebieten online gestellt.

Diese muss nun auch verschwinden. Zwar würden jetzt nicht mehr die Namen bekannt sein, aber durch die Ortsnamen allein sei es laut dem Gericht möglich, die Personen einfach ausfindig zu machen. Das Gericht hat den Druck und die Online-Veröffentlichung der Liste dauerhaft verboten. Zusätzlich wurde das Unternehmen zu einer Entschädigungszahlung von 4,9 Millionen Yen (ca. 37.610 Euro) verurteilt.

Informationen zu Wohngebieten könnten Diskriminierungen fördern

Der Vorsitzende Richter Shinji Narita erklärte, dass in den meisten Fällen die Privatsphäre der Kläger verletzt wird. Er betonte dazu, dass die Liste Diskriminierung in der Ehe und in der Arbeitswelt verursachen kann. Der Verlag gab hingegen an, dass das Verbot einen Verletzung der Wissenschaftsfreiheit sei.

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Das Gericht lehnte den Einwand aber damit ab, dass kein öffentliches Interesse vorliegt. Sie geben damit den 234 Personen und der Buraku Liberation League recht, die gegen Jigensha geklagt hatten. Sie forderten eine komplette Löschung der Namen, da es ihre Privatsphäre verletzen würde.

Allerdings gab es nicht für alle einen Grund zum Feiern. Wohngebiete in 16 der 41 angebenden Präfekturen werden nicht gelöscht, weil die Kläger ihre Adresse öffentlich gemacht hatten. Die Betroffenen wollen gegen die Entscheidung Berufung einlegen. Der Verlag plant ebenfalls das Urteil anzufechten.

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