Anzeige
HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapanisches Gericht verurteilt Verkehrsrowdy erneut zu 18 Jahren Haft

Fall musste neue aufgerollt werden

Japanisches Gericht verurteilt Verkehrsrowdy erneut zu 18 Jahren Haft

Verkehrsrowdys sind seit einer Weile ein Problem in Japan. 2017 sorgte ein tödlicher Unfall dafür, dass das Thema öffentliche Aufmerksamkeit erhielt. Jetzt ist es zu einem erneuten Schuldspruch gekommen und den Täter erwartet eine lange Haftstrafe.

Anzeige

Am Montag gab das Bezirksgericht Yokohama bekannt, dass der 30-jährige Fahrer Schuld am Tod eines Paares und der Verletzung der beiden Töchter ist. Der Mann hatte im Juni 2017 das Auto der Familie auf der Tomei Expressway in Kanagawa aggressiv überholt und sie damit zum Halten auf der Überholspur gezwungen. Anschließend war ein Lastwagen auf das Auto aufgefahren.

Fahrer bedrängte die Familie gezielt

Das Gericht verurteilte den Mann wegen des gefährlichen Fahrens zu einer Haftstrafe von 18 Jahren. Im Urteil hieß es, dass eine unerbittliche kriminelle Handlung vorliegt, die auf starken Absichten beruht. Obwohl belegt wurde, dass der Mann wiederholt beschleunigt und dann abrupt abgebremst hatte, plädierte die Verteidigung, dass es zwischen dem Fahrverhalten und dem Unfall keine Verbindung gibt. Dem widersprach der Vorsitzende Richter jedoch.

LESEN SIE AUCH:  Japans Polizei stellte 2019 mehr als 15.000 Verstöße von Verkehrsdränglern fest

Es wurde ebenfalls belegt, dass der Mann es gezielt auf die Familie abgesehen hatte. Der Fahrer war wohl wütend, weil der Familienvater ihn auf einem Schnellstraßenparkplatz für seine Parkweise gerügt hatte. Anschließend soll der Mann das Auto der Familie verfolgt und sie mit seiner Fahrweise bedrängt haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Verkehrsrowdys für schuldig befunden wird. Bereits 2018 wurde er vom selben Gericht wegen gefährlichen Fahrens zu 18 Jahren Haft verurteilt. Obwohl er damals auf „nicht schuldig“ plädierte, gab er sein gefährliches Fahrverhalten zu und entschuldigte sich bei den Hinterbliebenen. Zuvor wurde er bereits wegen ähnlicher Vorfälle in Yamaguchi angeklagt.

Verkehrsrowdy zeigt keine Reue

Anzeige

Beim jetzigen Prozess stritt er hingegen alles ab und zeigte keine Reue oder bot eine Entschuldigung an. Nach dem ersten Prozess wurde Widerspruch eingelegt und der Fall landete 2019 beim Tokyo High Court, das dem Urteil zustimmte. Jedoch wurde das Urteil aufgehoben und der Fall zurückgewiesen, weil bekannt wurde, dass das Bezirksgericht illegal seine Ansicht nach einer vorgerichtlichen Anhörung geändert hatte, bei der sie den Fahrer für unschuldig befanden.

Das führte dazu, dass der Fall neu aufgerollte werden musste und es jetzt ein weiteres Urteil gibt. Auch in diesem Fall will die Verteidigung jedoch wieder Einspruch einlegen, weswegen sich der Prozess noch über mehrere Jahre ziehen kann.

Die Berichterstattung um den tragischen Unfall löste in ganz Japan die Sorge vor Verkehrsrowdys aus, die in den Jahren zugenommen hatten. Das führte dazu, dass die Polizei härter durchgriff und 2020 wurde das japanische Verkehrsgesetz überarbeitet, um Täter härter zu bestraften.

Anzeige
Anzeige