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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapans Anwälte sagen betrügerischen Klempnern den Kampf an

Immer Menschen erhalten nach Reparaturen horrende Rechnungen

Japans Anwälte sagen betrügerischen Klempnern den Kampf an

Wenn die Toilette oder der Abfluss verstopft, hoffen die meisten, dass der Klempner das Ganze möglichst schnell und günstig wieder in Ordnung bringt. In Japan gibt es allerdings im ganzen Land immer mehr Fälle, dass Klempner nach getaner Arbeit plötzlich extreme Preise verlangen. Eine Gruppe an Anwälten hat nun genug von den betrügerischen Handwerkern und versucht vor ihnen zu warnen.

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Die Aichi Bar Association hat im August eine Rechtsgruppe auf die Beine gestellt, welche die Öffentlichkeit vor den Betrügern warnen soll. Sie wollen die Menschen nicht nur über die Maschen der Ganoven aufklären, sondern auch was zu machen ist, wenn sie schon eine Wucherrechnung haben. Unter anderen beantworten sie Fragen, wie die Opfer ihr Geld wiederbekommen können.

Zahl der Fälle rapide angestiegen

Es gibt Berichte von Fällen, wo mit Preisen wie 800 Yen (6,38 Euro) geworben wurde. Am Ende mussten die Betroffenen dann aber eine Rechnung von umgerechnet 12,2 Tausend Euro bezahlen. Keine Einzelfälle, wie das National Consumer Affairs Center of Japan bestätigte.

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Während 2013 nur 550 Betrugsfälle in Zusammenhang mit Toilettenprobleme gemeldet wurden lag die Zahl im Geschäftsjahr 2019 bereits bei 1.150. Für dieses Jahr soll sich seit April bereits 647 Meldungen angesammelt haben. Die neue Rechtsgruppe hat bereits 12 Fälle aufgenommen und arbeitet an ihnen.

In allen Fällen haben die Kunden eine Webseite mit Auftragnehmern genutzt. Auf der Seite werden die Klempner damit beworben, dass Kosten als Grundgebühr bei nur umgerechnet 6,36 Euro anfangen.

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Am Ende erhielten sie eine Rechnung von 3.260 Euro bis 12,2 Tausend Euro. Viele waren davon sehr verwirrt und bekamen dann dazu jedoch gesagt, dass sie 20 Prozent Rabatt kriegen, wenn sie sofort bezahlen. Viele zahlten deswegen noch am selben Tag die hohen Rechnungen.

Rechtsgruppe bereitet Zivilklagen vor

Eine sich wiederholende Masche der betrügerischen Klempner scheint dabei das unnötige Austauschen von Rohren zu sein. So rief eine Frau in Nagoya über die Seite einen Klempner, der ihr erklärte, dass sie für den ganzen Apartmentkomplex die Rohre wechseln müssen.

Ihr wurde dann angeboten, dass wenn sie die Arbeit sofort machen, dass sie statt mehrere Millionen Yen nur ein paar Tausend zahlen muss. Am Ende hatte sie eine Rechnung von um die 3.178 Euro. Ähnlich erging es auch anderen Opfern.

Die Gruppe hatte sich bei den Kosten bei anderen professionellen Klempnern informiert und kam zu den Schluss, dass deutlich zur viel für die Dienste verlangt wird. Da sich die Unternehmen wenig einsichtig zeigen, plant die Gruppe nun bereits Zivilklagen gegen die Handwerker, in denen sie Schadensersatz für die extremen Preise fordern.

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Der Leiter der Gruppe, Shinji Ishikawa erklärte dazu, dass die Dienstleister absichtlich Kunden täuschen. Sie erwecken den Eindruck, dass sie die Arbeiten zu einen niedrigen Preis erledigen können. Sie nutzen dann die angespannte Situation, um Arbeiten dann einfach zu erledigen, ohne die Kunden genauer darüber nachdenken zu lassen oder über Details zu informieren.

Betrügerische Klempner passen sich an

Die Webseite, welche die Handwerke listet, will angeblich auch mehr auf das Problem reagieren. Laut einer Anfrage der Mainichi Shimbun nehmen sie die Berichte im Zusammenhang mit ihrem Dienst sehr ernst. Sie arbeiten bereits mit Anwälten an einer angemessenen Reaktion. Weitere Kommentare wollen sie allerdings nicht abgeben.

Das Consumer Affairs Center erklärte, dass zuletzt betrügerische Unternehmen vor allem mit Flyern im Briefkasten versuchten Kunden anzulocken. Mittlerweile nutzen aber die Menschen mehr ihre Smartphones, um nach Online-Angeboten zu suchen und Klempner sofort zu bestellen.

Das Verbraucherzentrum warnt deswegen vor zu schnellen Entscheidungen. Kunden sollten sich immer mehre Angebote angucken. Sollte es dann doch zu einer extrem hohen Rechnung kommen sollen sie einer Zahlung zustimmen, jedoch nicht sofort und nicht vor Ort. Die Betroffenen sollen sich dabei auch nicht mit Rabatten unter Druck setzten lassen.

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