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Takamori Yoshikawa soll vor Gericht

Japans ehemaliger Landwirtschaftsminister wird wegen Bestechung angeklagt

Zum Jahresende sorgte der ehemalige Landwirtschaftsminister Takamori Yoshikawa für einen großen Skandal. Ihm wird vorgeworfen, Bestechungsgeld angenommen zu haben. Die Staatsanwaltschaft will ihn deswegen nun anklagen lassen.

Eine Quelle gab am Dienstag an, dass die Staatsanwaltschaft eine Anklage ohne eine Festnahme bei Yoshikawa plant. Insgesamt soll er um die 39.490 Euro in bar von dem Eierproduzenten Akita Foods Co. erhalten haben. Als Gegenleistung soll er vermutlich das Tierschutzgesetz zugunsten der Produzenten angepasst haben.

Ehemaliger Firmenmitarbeiter bestätigt Bestechungsversuch

Yoshikawa selbst ist Ende Dezember 2020 zurückgetreten. Allerdings gab er als Grund nicht den Skandal an, sondern chronische Herzprobleme. Bei einer freiwilligen Befragung bestätigte er die Bargeldzahlungen, er erklärte jedoch, dass er sie als eine Art Gratulationsgeld annahm.

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Die Staatsanwälte sehen das jedoch anders und sehen das Geld als einen Bestechungsversuch an. Dreimal soll er als Minister zwischen Oktober 2018 und September 2019 Geld von Akita Foods erhalten haben. Ein ehemaliger Vertreter des Unternehmens hatte dazu bereits bestätigt, dass das Geld dafür gedacht war, um Gefälligkeiten für die Eierindustrie zu erreichen.

Weiterem ehemaligen Minister droht Anklage

Mit Yoshikawa steht noch ein zweiter ehemaliger Minister im Mittelpunkt des Skandals. Auch Koya Nishikawa soll von Akita Foods Bargeld erhalten haben, um für sie Vorteile zu verschaffen. Zu ihm ist bisher noch keine Anklage bestätigt. Zurückgetreten ist er noch vor Yoshikawa bereits Anfang Dezember.

Sollte es wirklich zu der geplanten Anklage kommen, bedeutet das für den Premierminister Yoshihide Suga weitere Schwierigkeiten. Suga kämpft seit Monaten mit einer sinkenden Zustimmungsrate und der Skandal wird sich vermutlich weiter auf seine Beliebtheit auswirken, vor allem weil er engen Kontakt zu Yoshikawa hatte.

Eine Umfrage von Kyodo News hatte am Sonntag bestätigt, dass seine aktuelle Zustimmungsrate bei nur 41,3 Prozent liegt. Viele Menschen sind unzufrieden mit seinem Umgang mit der Pandemie. Aber auch sein Verhalten zum Sakura Skandal rund um den ehemaligen Premierminister Shinzo Abe sorgte für Unmut.

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