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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapans Oberster Gerichtshof entschuldigt sich für Tippfehler in offiziellen Dokumenten

Auch die offizielle Website ist voller Fehler

Japans Oberster Gerichtshof entschuldigt sich für Tippfehler in offiziellen Dokumenten

Auch an Japans Oberstem Gerichtshof wird sich manchmal vertippt. Am 18. Oktober wurde vom Obersten Gerichtshof selbst bekanntgegeben, dass bei 12 Urteilen der Grand Bench, die zuvor im Fallbuch „Berichte des Obersten Gerichts“ offiziell verzeichnet worden waren, ganze 119 Tippfehler gefunden wurden.

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Ein ziemliches Debakel, für das sich der Oberste Gerichtshof nun entschuldigen will.

Fehler wurden wahrscheinlich beim Transkribieren gemacht

Zu den Tippfehlern wurden auch Auslassungen hinzugezählt. Wirklich problematisch ist hier, dass aus den Sätzen aufgrund der Fehler im Nachhinein eine völlig entgegengesetzten Bedeutung herausgelesen werden konnte. Juristisch kann das schnell zu einem riesigen Problem werden.

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Momentan wird angenommen, dass die Fehler während der Transkription entstanden sind. Der Oberste Gerichtshof entschuldigte sich und sagte: „Wir bedauern die (Fallbuch-)Benutzer und japanischen Bürger sehr.“

Das sogenannte Fallbuch enthält eine Vielzahl von wichtigen Urteilen des Obersten Gerichtshofes in Straf- sowie Zivilprozessen. Dort sind in etwa 8.400 Fälle verzeichnet, die auch als Zitate in Gerichtsdokumenten und in der Forschung innerhalb wissenschaftlicher Arbeiten verwendet wurden.

Gerichtshof muss 248 typografische Fehler korrigieren

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Nachdem von einer externen Quelle auf ein paar der Fehler hingewiesen worden war, untersuchte man am Gericht selbst noch einmal 14 Urteile der Grand Bench aus einer Zeit zwischen 1948 und 1997. Das Ergebnis: Je älter das Urteil war, desto mehr Fehler enthielt es.

In einem Urteil verkehrte sich so die Bedeutung eines Satzes von „solange es anerkannt wurde“ hin zu „solange es nicht anerkannt wurde“.

Auch die offizielle Website des Gerichts und der, zur Veröffentlichung ihrer Entscheidungen, sind alles andere als fehlerfrei. Hier konnten bei 13 Urteilen der Grand Bench insgesamt 248 Fehler festgestellt werden. Manche von ihnen waren letztendlich sogar extrem auffällig. Zum Beispiel die falsche Verwendung eines Kanji-Zeichens bei dem japanischen Begriff für Staatsanwalt.

Am Obersten Gerichtshof ist man nun dabei, die vielen Fehler zu beheben, und auch eine Fortführung der Suche nach weiteren Tippfehlern wird in Erwägung gezogen.

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