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Regulierung gefordert

Japans Polizei führt Gesichtserkennung ein

Die japanische Polizei testet seit März eine Gesichtserkennung, die Bilder aus sozialen Medien und Überwachungskameras analysiert.

Das System wurde am Samstag vorgestellt, was zu Kritik wegen der Verletzung der Privatsphäre führte.

Kritiker warnen vor Überwachungsstaat

Die Gesichtserkennung wird seit März landesweit von der Polizei eingesetzt, um kriminelle Verdächtige schneller und genauer zu identifizieren, sagte ein Polizeisprecher auf der Pressekonferenz. Kritiker warnen jedoch davor, dass das System Japan in eine Überwachungsgesellschaft verwandeln könnte, wenn es nicht nach strengen Regeln betrieben wird.

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„Wir nutzen das System nur für strafrechtliche Ermittlungen und im Rahmen des Gesetzes. Wir verwerfen Gesichtsbilder, bei denen sich herausstellt, dass sie in keinem Zusammenhang mit Fällen stehen“, so der Sprecher der Nationalen Polizeibehörde.

Die NPA verwaltet und verwendet Bilder von Gesichtern nach den von der Nationalen Kommission für öffentliche Sicherheit festgelegten Regeln, so wie es auch bei Fingerabdrücken und DNA der Fall ist.

Gesichtserkennung als logischer Schritt zur Modernisierung

Etwa 10 Millionen Bilder sind derzeit in der Datenbank der Behörde gespeichert, einschließlich der Bilder von Verdächtigen, die an Staatsanwälte verwiesen wurden und die noch nicht verhaftet worden sind.

Das System verlangt von der Polizei lediglich die Eingabe von Gesichtsdaten wie z.B. Aufnahmen von Sicherheitskameras. Dann vergleicht es die Daten mit den Bildern der Datenbank, bevor mehrere Verbrecherfotos mit ähnlichen Merkmalen wie Augen, Nase, Mund und Augenbrauen angezeigt werden.

Das System liefert auch den Namen, die Adresse und die Vorstrafen der Personen, die mit den eingegebenen Daten übereinstimmen.

Bevor das System eingeführt wurde, verglichen die Ermittler die Fotos manuell eines nach dem anderen.

„Es ist selbstverständlich, dass die Polizei fortschrittliche Technologie einsetzt. Wenn das System richtig eingesetzt wird, wird dies eine beträchtliche Wirkung haben“, urteilt Nobuo Komiya, Professor für Kriminologie an der Universität Rissho.

Yasuhiko Tajima, ein ehemaliger Professor an der Sophia-Universität, der sich gut mit dem Schutz der Privatsphäre auskennt, unterstrich die Notwendigkeit einer Gesetzgebung, um die Nutzung des Systems einzuschränken. „Wir müssen sicherstellen, dass die Zahl der Täter, die in der Datenbank registriert werden können, nicht unbegrenzt zunimmt.“

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