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HomeNewsKriminalität & RechtJapans Polizei nimmt erstmals Person wegen sexualisierter Aufnahmen von einer Sportlerin fest

Volleyballspielerin wurde heimlich gefilmt

Japans Polizei nimmt erstmals Person wegen sexualisierter Aufnahmen von einer Sportlerin fest

In Japan sind heimliche Aufnahmen von Sportlerinnen ein großes Problem. In Chiba wurde nun erstmals ein Mann wegen derartiger Aufnahmen festgenommen.

Die Polizei nahm am Montag einen 57 Jahre alten Mann fest, dem die Diffamation einer Sportlerin vorgeworfen wird. Er soll ihrem Ruf geschadet haben, indem er ein heimliches Video von ihr mit einem sexualisierten Kontext aufgenommen und dieses später auf einer Pornoseite veröffentlicht hat.

Polizei findet online zahlreiche Videos

In dem acht Minuten langen Video ist eine Volleyballspielerin zu sehen. Er nutzte zum Filmen eine Infrarotkamera, um auch ihre Unterwäsche in der Aufnahme sichtbar zu machen. Das besagte Video zeigte er zwischen November 2018 und März diesen Jahres gegen Gebühren auf einer Pornoseite.

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Auf der Seite wurden von der Polizei auch noch weitere Videos gefunden, in denen gezielt Brüste und andere Körperteile von Sportlerinnen gefilmt wurden. Mit großer Wahrscheinlichkeit entstanden die Aufnahmen ebenfalls ohne Zustimmung

Es ist das erste Mal, dass es in so einem Fall zu einer Festnahme wegen Verleumdung kommt. Im Mai wurde zwar auch ein Mann wegen sexualisierter Aufnahmen von einer Sportlerin festgenommen und verurteilt, aber in seinem Fall ging es um eine Urheberrechtsverletzung, da die Aufnahmen von einer Live-Übertragung eines Senders stammten.

Olympisches Komitee kämpft gegen sexualisierte Aufnahmen von Sportlerinnen an

Bei dem Mann in Chiba handelt sich es hingegen um eigenen Aufnahmen, die ohne Einverständnis entstanden und online veröffentlicht wurden. Gegenüber der Polizei gestand er die Vorwürfe bereits. Er gab zu, dass er seit 2015 mit derartigen Videos um die 6 Millionen Yen (ca. 45.846 Euro) verdient habe.

Das japanische Olympische Komitee hatte mit der Polizei zusammengearbeitet, um den Mann zu finden. Das Komitee versucht gegen das Problem der heimlichen Aufnahmen vorzugehen, nachdem sich Sportlerinnen beschwert hatten. Zusammen mit sechs anderen Sportorganisation verfassten sie letzten November eine Erklärung, in der sie die sexualisierten Aufnahmen und deren Weitergabe scharf verurteilten. Zusätzlich wurde ein Informationszentrum eingerichtet, um Betroffenen zu helfen.

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