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Polizei warnt Anbieter direkt vor Festnahmen

Japans Polizei nutzt Twitter, um gegen illegale SMS-Proxy vorzugehen

Nicht immer ist Menschen bewusst, dass bestimmte Dinge in Japan verboten sind, gerade wenn sie für Bequemlichkeiten sorgen. Die Polizei muss sich deswegen immer wieder neue Möglichkeiten überlegen, wie sie vor gefährlichen Dingen warnen. In Saitama setzt die Polizei nun auf Twitter, um über illegale SMS-Proxy-Dienste zu informieren und die Quellen direkt an der Wurzel zu bekämpfen.

Die Präfekturpolizei hat eine umfassende Kampagne auf Twitter gestartet, um gegen Angebote direkt vorzugehen. Verschiedene Nutzer bieten die Dienste an, mit denen sich Personen bei Apps oder anderen Dingen registrieren können, ohne ihre richtige Handynummer anzugeben.

Viele Online-Dienste nutzen ein Bestätigungssystem über SMS, um Accounts und Logins zu bestätigen. Dafür wird per Nachricht ein kurzer zeitlich begrenzter Code gesendet, der von Nutzern dann eingegeben werden muss, um die Identität zu bestätigen. Ein SMS-Proxy trickst dieses System aus.

Erste Festnahmen wegen SMS-Proxy

Es nimmt im Prinzip seine eigene Nummer und stellt sie als Puffer zwischen Nutzer und Dienst. So bekommt das System dort die gewünschte Telefonnummer und gibt den Code aus. Der wird dann an den eigentlichen Nutzer weitergegeben, der den Dienst dann ganz ohne seine eigene Nummer nutzen kann. Auch wenn sich das an sich ganz praktisch anhört, können diese Proxy auch für kriminelle Dinge genutzt werden, wie illegale Accounts und gestohlene Identitäten.

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Aus diesem Grund gelten nach dem japanischen Gesetz SMS-Proxy als illegal, da sie unter das Erstellen gefälschter elektronischer Aufzeichnung fallen. Im Juni und Juli wurden in der Präfektur bereits zwei Personen festgenommen, die Proxy anboten. Eine der Personen, eine Frau in den Vierzigern, gab dann, dass sie nicht wusste, dass solche Dienste illegal sind. Am Ende wurde sie zu einem Jahr Haft mit drei Jahren Bewährung verurteilt.

Kampagne auf Twitter zeigt erste Erfolge

In Otawara in der Präfektur Tochigi kam es dazu zu einem Fall, wo noch mehr hinter dem Angebot steckte. Als ein Mann in den Zwanzigern festgenommen wurde, stellten Beamte fest, dass die SMS-Proxy-Nummer auch für Telefonbetrug benutzen wurde, der allein in Saitama um die 24,2 Tausend Euro Schaden verursachte. Die Polizei warnt deswegen zusätzlich davor, dass Anbieter oder Nutzer schnell in kriminelle Machenschaften verwickelt werden können.

Trotzdem gibt es auf Twitter immer mehr Personen, die auch SMS-Proxy anbieten. Für nur etwa acht Euro gibt es bereits Dienste, die damit werben, selbst große Seiten wie Yahoo Auctions und Rakuma auszutricksen. Derartige Beiträge kommentiert die Polizei nun seit September damit, dass solche Angebote sowie ihre Nutzung illegal sind und Personen die Festnahme droht.

Bis zum 2. Oktober wurden 176 solcher Warnungen von der Polizei geschrieben, mit Erfolg. 87 der Anbieter haben ihre Tweets wieder gelöscht. Ob es allerdings wirklich dauerhaft eine Besserung gibt, bleibt abzuwarten.

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