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HomeNewsKriminalität & RechtJapans Polizei zahlt für die Ergreifung von Telefonbetrügern eine Belohnung

Verbrechensbekämpfung wird belohnt

Japans Polizei zahlt für die Ergreifung von Telefonbetrügern eine Belohnung

Der Telefonbetrug hat in Japan in den letzten Jahren stark zugenommen und die Betrüger sind immer dreister geworden. In Nagoya wird deswegen zu drastischen Mitteln gegriffen und ein Kopfgeld auf Telefonbetrüger ausgesetzt.

Am 1. Mai gab die Minami Abteilung der Aichi Präfekturpolizei bekannt, dass sie stärker gegen Telefonbetrug vorgehen wollen. Im Rahmen des Projekts „Operation Pretend to Be Fooled“, bei dem Bürger bei der Ergreifung der Verbrecher helfen sollen, wollen sie nun Belohnungen zahlen.

Telefonbetrüger lassen sich schnell erkennen

Besonders der sogenannten „ore ore Betrug“ oder auch „Enkeltrick“ genannt, hat in der Präfektur zugenommen. Bei ihm rufen die Betrüger bevorzugt alte Menschen an und melden sich mit „Ore da“ (Ich bin es). Die älteren Menschen gehen davon aus, dass entweder ein Verwandter oder Bekannter am Telefon ist, was die Verbrecher nutzen, um sich als diese Person dann auszugeben.

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Anschließend versuchen sie die Opfer dazu zu bringen, ihnen Geld, Wertgegenstände oder Bankkarten mit den entsprechenden Daten zu überlassen. Oft wird erhält, dass sie in finanziellen Schwierigkeiten stecken oder es um einen Notfall geht. Selbstverständlich wollen sie die Geldsumme später zurückgeben.

Wenn die Senioren zustimmen, holt entweder jemand getarnt als Freund oder Kollege die vereinbarte Summe und die Objekte ab oder das Geld wird direkt überwiesen.

Da diese Art von Betrug schnell zu erkennen ist, will die Polizei Aichi die Bürger bei der Bekämpfung miteinbeziehen und hat deswegen das Programm gestartet. Wenn Personen einen verdächtigen Anruf erhalten, sollen sie sofort die Polizei benachrichtigen. Ein Beamter hilft dann vor Ort weiter und bittet in einigen Fällen, Telefonate mit Betrügern fortzuführen.

Belohnungen gibt es vorerst nur in einem Bezirk

Zusammen soll dann die Identität des Betrügers ermittelt werden, damit er festgenommen und angeklagt werden kann. Als Anreiz für die Zusammenarbeit will die Polizei im Minami Bezirk von Nagoya eine Belohnung von 10.000 Yen zahlen. Allerdings gilt dieses Angebot bisher ausschließlich für Bewohner des Bezirks.

Um auf das Programm aufmerksam zu machen, wird sie demnächst in Aichi mit Schildern und Plakaten beworben. Die Polizei will dabei auch erreichen, dass die Öffentlichkeit ein besseres Bewusstsein für Telefonbetrüger entwickelt und es so zu weniger Opfern kommt. Menschen sollen vorsichtiger werden und lernen, betrügerische Anrufe zu erkennen.

Auch andere Gemeinden versuchen den Betrug am Telefon zu bekämpfen. Einige sind dabei etwas kreativer. Der Bezirk Shinagawa in Tokyo nutzt unter anderen Hundebesitzer, welche bei Spaziergängen ältere Bewohner über die Betrugsmasche aufklären sollen.

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