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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapans Regierung muss erstmals Entschädigung für Machtmissbrauch durch das US-Militär zahlen

Zentralregierung soll zahlen

Japans Regierung muss erstmals Entschädigung für Machtmissbrauch durch das US-Militär zahlen

AS: Das US-Militär ist dafür bekannt, sich in Japan nicht benehmen zu können. Eine Japanerin wurde bei ihrer Arbeit auf einem amerikanischen Militärstützpunkt in Kanagawa wiederholt von ihrem Chef schikaniert. Nun soll

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Das Bezirksgericht Tokyo ordnete an, dass die japanische Zentralregierung 550.000 Yen (ca. 4.247 Euro) als Entschädigung an die Betroffene zahlen muss, da es anerkenne, dass sie während ihrer Arbeit auf der U.S. Naval Air Facility Atsugi in Ayase, Kanagawa unter den Machtschikanen ihres amerikanischen Chefs gelitten hat.

Klägerin verlangte 38 Millionen Yen Entschädigung

Nach Angaben eines Anwalts der Klägerin handle es sich hier um das erste Urteil, das Machtschikanen gegen einen japanischen Arbeiter auf US-Militärstützpunkten in Japan anerkennt.

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„Der Vorgesetzte der Frau hat ihre Persönlichkeitsrechte verletzt, indem er sie mit den schlimmsten Beleidigungen gerügt hat, die in den Vereinigten Staaten verwendet werden“, sagte das Gericht in seinem Urteil vom 22. November.

Die Zahlungsaufforderung fällt allerdings geringer aus als gefordert. Verlangt wurden von der Klägerin ursprünglich 38 Millionen Yen als Entschädigung (ca. 293.384 Euro).

Schuld des US-Militärs fällt auf den japanischen Staat zurück

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Das Gericht kam zu dem Schluss, dass die Zentralregierung, die letztlich für die Beschäftigung japanischer Arbeiter auf US-Militärstützpunkten in Japan verantwortlich ist, schadensersatzpflichtig sei, da ihr die Pflicht obliege, die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmenden zu erfassen.

Angaben des Gerichts zufolge hatte die Frau in einer Abteilung gearbeitet, die das US-Militärpersonal der Basis und deren Familien in ihrem täglichen Leben in Japan unterstützt.

Bereits 2013 litt sie unter Anpassungsstörungen, die auf die Machtschikanen, die sie durch ihren Vorgesetzten bei ihrer Arbeit erfuhr, zurückzuführen sind. Die Klägerin ließ sich beurlauben, bevor sie im Jahre 2016 letztendlich kündigte.

Ein Hagel von Beleidigungen

In dem Urteil wurde festgestellt, dass der Chef der Frau mit ihrer Arbeitsleistung unzufrieden gewesen war und sie häufig zurechtgewiesen hatte. Es sollen dabei Äußerungen wie „Ich werde Sie entlassen“, „Sie sind ein Lügner“, „Alles, was Sie tun, ist falsch“ und „Ich hasse alles an Ihnen“.

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Das Gericht erkannte an, dass hier der Chef seine Position als ihr Vorgesetzter klar ausgenutzt hat, um der Frau psychische Leiden zuzufügen. Es kam zu dem Schluss, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen der Diagnose einer Anpassungsstörung und den Verweisen des Chefs besteht.

Und es handelt sich hier nicht um einen Einzelfall. In den letzten Jahren wurden einige Fälle gemeldet, bei denen japanische Arbeitnehmende auf US-amerikanischen Militärstützpunkten misshandelt und auf eine rücksichtslose Weise ausgenutzt wurden.

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