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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapans Regierung startet landesweite Liste zu übergriffigen Babysittern

Gemeinden sollen landesweit informiert sein

Japans Regierung startet landesweite Liste zu übergriffigen Babysittern

Babysitter sind in Japan sehr gefragt und Eltern verlassen sich darauf, dass sie ihre Kinder in gute Händen abgeben können. In der Vergangenheit gab es jedoch immer wieder Fälle von sexuellem Missbrauch und Misshandlungen. Die japanische Regierung startet deswegen jetzt eine landesweite Liste mit auffällig gewordenen Kinderbetreuern.

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Das japanische Wohlfahrtsministerium hat am Donnerstag damit angefangen, die Liste an lokale Regierungen zu senden. Als Babysitter kann jeder in Japan als Freiberufler arbeiten, wenn er sich vorab bei seiner Kommunalverwaltung als „nicht lizenzierte Kinderbetreuung“ registrieren lässt.

Übergriffige Babysitter sind nicht landesweit bekannt

Personen können so recht einfach auch für Fehlverhalten bestraft werden. Allerdings hat das System bisher ein großes Problem. Informationen zu übergriffigen Babysittern werden normalerweise nicht weitergegeben, sodass Täter und Täterinnen sich einfach in anderen Regionen neue Arbeit suchen können. Ein Problem, dass es auch bei Lehrkräften gibt.

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Für Aufsehen sorgte zuletzt der Fall eines Kinderbetreuers, der sich an 20 Jungen im Alter von fünf bis elf Jahren vergangen hatte. Die Opfer stammen dabei aus Tokyo, Ibaraki, Hiroshima, Shizuoka und Yamanashi. Im August wurde er zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Die Regierung hofft, dass sie mit dem neuen System derartige Fälle in der Zukunft verhindern können. Kommunalverwaltungen melden dem Ministerium Name, Adresse und Führungszeugnis von straffällig gewordenen Babysittern. Auf einer speziellen Webseite werden die Daten dann hochgeladen, sodass lokale Beamte sie einsehen können.

Liste bleibt Öffentlichkeit vorerst verwehrt

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Die Kommunen selbst veröffentlichen bereits auf ihren eigenen Seiten die Namen von Tätern und ihre Vergehen. Für die Allgemeinheit ist die derzeitige Liste jedoch nicht bestimmt, vorerst jedenfalls nicht. Es wird geplant, dass frühstens nächsten Sommer auch die breite Öffentlichkeit die Informationen einsehen kann.

Zurzeit steht Eltern nur die Seite „Koko de sa-chi“ zur Verfügung, die von der Regierung betrieben wird und alle registrierten Babysitter auflistet.

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