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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJapans Vorsitzender für öffentliche Sicherheit gibt seinen Führerschein zurück

Den Führerschein lieber etwas früher als vielleicht nötig abgeben?

Japans Vorsitzender für öffentliche Sicherheit gibt seinen Führerschein zurück

Satoshi Ninoyu, der Vorsitzende der japanischen National Public Safety Commission, hat nun die freiwillige Rückgabe seines eigenen Fahrzeugführerscheins angekündigt. Er möchte ein Vorbild sein und hofft, dass andere ältere Menschen im Land seinem Beispiel folgen und ihren Führerschein im Namen der öffentlichen Sicherheit freiwillig abgeben werden.

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Japans Bevölkerung wird immer älter und mit ihr die Menschen, die Tag für Tag hinter dem Steuer eines Autos sitzen. In den letzten Jahren kam es zu immer mehr Verkehrsunfällen, die von älteren Fahrern verursacht wurden.

Den eigenen Führerschein lieber zu früh als zu spät zurückgeben

Auch Ninoyu könnte seinen Führerschein mit seinen nun 77 Jahren noch einmal erneuern lassen, aber das möchte er nicht.

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Laut seinen Angaben habe auch er bereits eine Mitteilung erhalten, in der er darüber informiert wurde, dass er sich kognitiven Tests unterziehen und einen Fahrkurs belegen müsse, bevor sein Führerschein verlängert werden könne.

Dennoch habe er sich nach einer Absprache mit seiner Frau dazu entschieden, zukünftig nicht mehr selbst fahren zu wollen.

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„Ich bin älter und sollte keinen Verkehrsunfall verursachen, also habe ich beschlossen, meinen Führerschein aufzugeben“, sagte er. „Ich lebe in einem städtischen Gebiet, also gibt es Busse, U-Bahnen und Taxis.“

Immer mehr schwere Verkehrsunfälle werden durch Ältere verursacht

Ninoyu lässt sein Auto bereits seit 2019 bewusst stehen. Damals war ein 87 Jahre alter Regierungsbeamter im Stadtteil Ikebukuro in Tokyo mit seinem Wagen über zwei rote Ampeln gefahren und hatte dabei einen schweren Unfall verursacht.

Der 87-Jährige hatte anstatt der Bremse auf das Gaspedal getreten, wodurch sich sein Auto unkontrolliert beschleunigt hatte.

Bei dem Unfall kamen eine Mutter und ihre Tochter ums Leben. Neun weitere Personen wurden verletzt.

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Unmittelbar nach diesem Unfall gaben tausende Menschen in Tokyo ihren Führerschein freiwillig ab.

Das neue Straßenverkehrsgesetz

Der Unfall ereignete sich im April 2019. Am 13. Mai trat dann das überarbeitete Straßenverkehrsgesetz in Kraft, dass Personen ab 75 Jahren dazu verpflichtet, bei einer bestimmten Anzahl von Verstößen eine Fahreignungsprüfung zum Zeitpunkt der Führerscheinerneuerung zu machen.

Wer die Prüfung besteht, kann seinen Führerschein erneuern lassen.

Des Weiteren wurde ein „eingeschränkter“ Führerschein eingeführt. Wer einen solchen Führerschein mit sich führt, darf nur Fahrzeuge mit Sicherheitsunterstützungsfunktionen wie automatischen Bremsen fahren.

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