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HomeNewsKriminalität & RechtJugendstrafrecht wird in Japan verschärft

Strengere Strafen werden vergeben

Jugendstrafrecht wird in Japan verschärft

Schon seit einer Weile wird in der japanischen Regierung darüber diskutierte, ob das Jugendstrafrecht verschärft werden soll. Die Gesetzesänderung dafür wurde nun offiziell vom Oberhaus genehmigt.

Am Freitag wurde die Überarbeitung des Jugendgesetzes vom Oberhaus mit einer Mehrheit der Regierungskoalition angenommen. Damit sollen Person im Alter von 18 und 19 Jahren nun strengere Strafen für verschiedene Straftaten erhalten. Aktuell werden minderjährige Verdächtige von einem Familiengericht bearbeitet.

Jugendstrafrecht wird bei schweren Straftaten strenger

Sie sollen sich die familiären Hintergründe und Details des Verbrechens angucken. Unter dem neuen Gesetz werden Personen ab 16 Jahren, die ein tödliches Verbrechen begangen haben, von dem Familiengericht direkt an die Staatsanwaltschaft verwiesen.

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Personen im Alter von 18 und 19 Jahren werden ebenfalls direkt an die Staatsanwaltschaft verwiesen, wenn sie Verbrechen begehen, welche eine Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis fordern. Dazu gehören unter anderen Raub, Vergewaltigung und Brandstiftung.

Bei den Fällen mit dieser Alterspanne, die beim Familiengericht bleiben, gibt es ebenfalls eine Änderung. Die Straftäter werden wie bisher in besondere Jugendeinrichtungen zur Korrekturerziehung untergebracht oder sie erhalten Bewährung.

Bisher war es möglich, dass bei einer großen Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls, der Aufenthalt verlängert werden kann. Das ist nun jedoch nicht mehr möglich und es gibt eine Obergrenze, die auf die Schwere des Verbrechens angepasst ist.

Medien dürfen nun Namen veröffentlichen

Die wohl größte und auch umstrittenste Änderung ist der Schutz der Privatsphäre. Bisher war es Medien verboten die Namen und andere Details von minderjährigen Tätern zu veröffentlichen. Mit der Änderung wird nun erlaubt, dass sie genannt werden dürfen, wenn es zu einer Anklage von ihnen kommt.

Obwohl einige Punkte der Gesetzesänderung von der Bevölkerung gefordert wurden, gab es besonders von Abgeordneten der Opposition Kritik. Am Ende konnten sich ihre Bedenken im Parlament jedoch nicht durchsetzen.

In Kraft treten wird das geänderte Jugendstrafrecht April 2022. Gleichzeitig wird auch die Änderung des Zivilgesetzes gültig, mit der das Erwachsenenalter auf 18 Jahre gesenkt wird.

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