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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtJunge Japanerinnen verkaufen gebrauchte Masken mit Kuss-Abdruck

Experten warnen eindrücklich vor dem Verkauf dieser Masken und weiteren Gefahren

Junge Japanerinnen verkaufen gebrauchte Masken mit Kuss-Abdruck

Masken gehörten vorher schon zum Stadtbild in Japan, durch die Pandemie sind sie wie überall auf der Welt zu einem ständigen Begleiter im Alltag geworden. Einige junge Frauen in Japan haben daraus eine ungewöhnliche Geschäftsidee entwickelt und verkaufen jetzt gebrauchte Masken mit Lippenstift-Abdrücken.

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Mittlerweile betreiben die Frauen ein eigenes kleines Business, das im Sommer 2021 mit einem Tweet seinen Anfang nahm. Über diesen verkaufte eine Schülerin eine gebrauchte Maske. Vorher hatte die Schülerin über eine Secondhand-App bereits alte Kleidung und Accessoires verkauft und sah die Gesichtsbedeckungen nur als Erweiterung ihres Angebots an. Der erste erfolgreiche Verkauf fand im August 2021 statt.

Verkauf gebrauchter Masken erweist sich als einträgliches Business

Das Angebot postete die junge Frau, die angab, die Maske den ganzen Tag getragen zu haben, im Internet. Sie trug sie bei der Arbeit und auch im Fitnessstudio, sodass das Material mit Schweiß und Make-up verunreinigt war. Damals behauptete die Verkäuferin, um die 20 Jahre alt zu sein. Innerhalb von 24 Stunden erhielt sie mehrere Anfragen. Innerhalb von einem Monat verkaufte sie auf diese Weise vier Masken für je 500 Yen (circa 3,50 Euro). Heute verfügt sie nach eigenen Angaben über mehrere Stammkunden und nimmt etwa 3.000 Yen (circa 22 Euro) mit dem Verkauf gebrauchter Gesichtsbedeckungen ein.

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Nachdem sie mit dem Verkauf der Masken begonnen hatte, erhielt die junge Frau zahlreiche weitere Anfragen, auch für gebrauchte Unterwäsche oder Strumpfhosen. Diese wurden ebenfalls ins Angebot aufgenommen. Gebrauchte Unterwäsche können ihre Fans für etwa 1.500 Yen (etwa 11 Euro) und Strumpfhosen für etwa 500 Yen (circa 4 Euro) erwerben. Bislang hat die junge Frau damit etwa 20.000 Yen (circa 150 Euro) verdient.

Die Verkäuferin macht auf Twitter ein großes Geheimnis um ihr Aussehen, auch wenn sie schon mehrere Anfragen erhalten hat, wie sie selbst aussieht. Bisher wurden alle Wünsche nach einem Bild abgewiesen. Der Verkauf der gebrauchten Artikel, darunter auch die Masken, erfolgt über die Secondhand-App Mercari. Eigentlich ist es verboten, über die App geöffnete Hygieneartikel zu verkaufen. Deswegen werden die Käufe vorher via Twitter ausgehandelt und die Verkäuferinnen stellen anschließend Schein-Artikel wie Shirts online, nachdem der Preis feststeht.

App-Betreiber können nur wenig gegen Handel tun

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Gegenüber der Zeitschrift Mainichi Shimbun erklärte das Unternehmen, dass bei Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen die entsprechenden Artikel entfernt und die Nutzer verwarnt werden. Dabei müssen sie auch ihre Identität bestätigen. Zu eventuellen Attrappen im Shop wollten die Betreiber keine Angaben machen, allerdings sei der Handel mit solchen Waren ebenfalls verboten.

Mittlerweile schloss sich mindestens eine weitere Schülerin der Aktion an, nachdem sie erfahren hatte, dass ihre Freundin damit Geld verdient. Sie steht offen dazu, dass ihre Masken von einer Schülerin der Junior-Highschool getragen werden. Die Schülerin erklärte, 15 Masken für 1.500 Yen (circa 11 Euro) zu verkaufen. Auch gebrauchte Unterwäsche hatte sie bereits weitergegeben. Nacktbilder oder einen persönlichen Kontakt zu den Kunden würde sie aber ablehnen. Die junge Frau erklärte, dass sie das nur mache, da sie aufgrund ihres Alters noch nicht arbeiten dürfe. Das Geld würde sie für Manga ausgeben. Wenn sie in die Oberschule kommt, möchte das Mädchen ihr Business wieder aufgeben.

Viele Schulen in Japan schreiben ihren Schülern nicht nur vor, welche Uniform sie zu tragen haben. Sie bestimmen auch die Farbe der Unterwäsche. Damit ist in der Präfektur Saga nun Schluss.
Viele Schulen in Japan schreiben ihren Schülern nicht nur vor, welche Uniform sie zu tragen haben. Sie bestimmen auch die Farbe der Unterwäsche. Damit ist in der Präfektur Saga nun Schluss. Bild: Chen Feng/Unsplash

Eindringliche Warnung vor weiteren Folgen

In einigen japanischen Präfekturen wurde eine Verordnung zur Jugendförderung erlassen, die den Verkauf gebrauchter Unterwäsche von Personen unter 18 Jahren für illegal erklärt. Ob gebrauchte Maske auch unter diese Regel fallen ist zweifelhaft, deswegen ist unsicher, dass es seitens der Strafbehörden Ermittlungen gegen die Käufer gibt. Die Verordnung spricht ausschließlich von Unterwäsche, scheinbar ist niemand auf die Idee gekommen, dass man auch gebrauchte Masken verkauft werden könnten und dafür auch noch Abnehmer gefunden werden.

Ein ehemaliger Polizeibeamter und Anwalt sieht in der Tatsache, dass die Masken mit Speichel verschmiert sind, eine Möglichkeit für ein Verbot. Denn der Handel mit Körpersekreten wie Speichel ist für Jugendliche wiederum ebenfalls nicht erlaubt. Gleichzeitig sieht er mit Sorge, dass die Masken nur der Anfang sein könnten und später der Versand von Nacktbildern erzwungen werden könnte. Er nimmt die Entwickler der Apps in die Pflicht, seine jungen Nutzerinnen auf die Risiken hinzuweisen und den Handel mit am Körper getragenen Dingen wie Masken zu verbieten.

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