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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtKI-System aus Hyogo hilft, vor Telefon-Betrügern zu warnen

Durch die Messung von Nervosität sollen vor allem ältere Menschen geschützt werden

KI-System aus Hyogo hilft, vor Telefon-Betrügern zu warnen

In Amagasaki (Präfektur Hyogo) wurde ein neu entwickeltes System vorgestellt, das auf Kriminalpsychologie und künstliche Intelligenz setzt, um Betrüger am Telefon besser entlarven zu können. Anhand der Herzfrequenz und anderer physiologischer Reaktionen kann das System auf den psychischen Zustand des Angerufenen schließen. Ist er nervös oder irritiert, ist die Gefahr eines Betruges sehr hoch.

Betrüger suchen sich eher ältere Menschen aus

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Ein Prototyp der KI entstand als gemeinsames Projekt der Stadt Amagasaki in der Präfektur Hyogo, der Toyo-Universität und Fujitsu. Auf einer Konferenz der Japan Association of Applied Psychology in Kyoto vor wenigen Tagen wurde das System offiziell vorgestellt. In einer gemeinsamen Studie im März untersuchten die Forscher die Reaktion von 20 Freiwilligen, die 65 Jahre und älter waren. Es wurde überwacht, wie die Menschen auf Betrüger am Telefon reagieren, die Geld von ihnen fordern.

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Neben grundlegenden Informationen analysierte das Team die Verbindung zwischen verschiedenen körperlichen und psychischen Reaktionen, die wiederum Hinweise auf den Gemütszustand erlauben. Zum Beispiel achteten die Forscher darauf, wie skeptisch ältere Menschen reagierten, oder achteten auf den Grad ihrer Nervosität. Die Forscher sind sicher, dass anhand von 11 weitgehend unkontrollierbaren physischen Reaktionen, wie Herz- und Atemfrequenz, Rückschlüsse auf den psychischen Zustand der angerufenen Personen getroffen werden kann.

Senioren sollen ihre unbewussten Reaktionen selbst überwachen

Der Prototyp misst die physiologische Reaktion mithilfe eines Sensors, der auf Basis von hochfrequenten Wellen arbeitet. Dieser ist mit einem Computer verbunden. Eine KI beurteilt, wie nervös die angerufenen älteren Menschen sind und zeigt die Reaktionen auf einem Monitor an. Je nervöser oder irritiert eine Person ist, desto schneller sind in der Regel Herz- und Atemfrequenz. Je älter und skeptischer die Teilnehmer waren, desto größer waren die Reaktionen auf Nervosität oder Verwirrung.

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Die Entwickler hoffen, dass die Sensoren bald in den Wohnungen älterer Menschen installiert werden können, sodass diese ihre psychologischen Reaktionen selbst, während sie telefonieren, auf einem Monitor überwachen können. Der Leiter des Projekts hofft, dass das System dazu beitragen kann, ältere Menschen vor Betrügern am Telefon zu warnen. Wenn sie während eines Telefonats zu sehr gestresst werden, kann die KI Alarm schlagen und die Menschen so aus der Situation helfen oder andere Angehörige warnen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Vorrangig soll es aber darum gehen, dass ältere Menschen sich selbst überwachen können.

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