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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtKindesmissbrauch hat in Japan in den letzten zehn Jahren stark zugenommen

Immer mehr Fälle

Kindesmissbrauch hat in Japan in den letzten zehn Jahren stark zugenommen

Laut der nationalen Polizeibehörde (NPA) haben sich die Fälle von Kindesmissbrauch in Japan in den letzten zehn Jahren vervierfacht. Während der Pandemie ist die Anzahl auf ein Rekordhoch geklettert.

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Im Bericht der NPA heißt es, dass im Jahr 2021 2.219 Kinder unter 18 Jahren missbraucht wurden, 47 mehr als im Vorjahr. Die Polizei meldete für das Jahr insgesamt 2.174 Fälle, 41 mehr als im Vorjahr.

Verdachtsfälle erreichen Rekordhoch

Mehr als 80 Prozent der Fälle von Kindesmissbrauch betrafen körperlichen Missbrauch, 339 Fälle betrafen sexuellen Missbrauch.

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54 Kinder starben an den Folgen der Misshandlung, davon 29 in Fällen von Mord durch einen Elternteil oder Selbstmord.

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Die Polizei meldete den Beratungsstellen im Jahr 2021 insgesamt 108.059 mögliche Fälle von Kindesmissbrauch. Insgesamt wurden 45.972 Kinder, also mehr als 40 Prozent der gemeldeten Fälle, Zeugen, wie ein Familienmitglied Opfer von körperlicher Gewalt durch ein anderes Familienmitglied wurde.

Laut der Polizei ist es schwierig, statistisch festzustellen, ob dieser Anstieg auf die Pandemie zurückzuführen ist. Man will allerdings die möglichen Auswirkungen beobachten, da der Missbrauch in der Regel im Verborgenen stattfindet und die Pandemie die Aufsicht über die Kinder erschwert.

Experten gegen davon aus, dass es für Behörden und Hilfsgruppen durch die Infektions-Wellen schwierig wurde, die Sicherheit von Kindern zu überprüfen, bei denen der Verdacht auf Missbrauch bestand.

Kindesmissbrauch durch die Pandemie schwer aufzudecken

Eigentlich sollen Mitarbeiter eines Kinderberatungszentrums bei einer Meldung durch die Polizei innerhalb von 48 Stunden den betreffenden Haushalt kontrollieren. Doch viele Eltern haben einen Hausbesuch wegen der Pandemie abgelehnt.

Ein weiteres Problem ist das Homeschooling, das es schwierig machte, Missbrauch zu erkennen, da insbesondere sexueller Missbrauch oft nur dadurch aufgedeckt wird, dass ein Kind sich einer Kindergärtnerin oder einem Freund anvertraut. Durch die Pandemie ist diese Möglichkeit aber stark eingeschränkt worden.

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