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Freiwillige Selbstanzeige

Mehrere Kinderporno-Händler stellen sich in Japan der Polizei

Dutzende Kinderporno-Händler haben sich in ganz Japan bei der Polizei gemeldet, nachdem die Behörden die Betreiber einer Online-Video-Webseite festgenommen hatten.

Mehr als 200 Menschen haben sich von Juni bis August bei der Polizei gemeldet.

Schlag gegen Videoseite führt zur Selbstanzeige von Kinderporno-Händlern

Die Polizei hat eine Liste von etwa 20.000 Mitgliedern der Webseiten beschlagnahmt und plant nun gegen Käufer und Verkäufer, die die Website genutzt haben, wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Gesetz zum Verbot von Kinderprostitution und Kinderpornografie zu ermitteln.

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Toru Okumura, ein in der Frage der Kinderpornografie versierter Anwalt, sagte, dass er auch von etwa 300 Personen, darunter Ärzte und Lehrer, konsultiert worden sei, die offenbar Kinderpornovideos und andere Produkte auf der Website gekauft hätten.

Die Polizei der Präfekturen Aichi, Gifu und Saitama verhaftete im Juni drei Betreiber eines Online-Videomarktplatzes da sie gegen das Anti-Kinderpornogesetz verstoßen zu haben.

Die Verdächtigen bestritten die Vorwürfe. Einer von ihnen sagte, er wisse einfach nicht, dass auf der Website kinderpornografische Produkte angeboten würden, sodass er nicht aktiv an den Verkäufen beteiligt gewesen sei, so ein Sprecher der Polizei.

Keine Anklage wegen Verstoß gegen das Anti-Kinderpornogesetz

Die Staatsanwaltschaft beschloss, die drei nicht wegen des Verstoßes gegen das Anti-Kinderpornogesetz anzuklagen, sondern sie stattdessen der „Verbreitung obszöner Aufzeichnungen, einschließlich elektronischer oder magnetischer Aufzeichnungen, durch Übertragung“ anzuklagen.

Um mit Pornovideos und anderen Produkten handeln zu können, mussten sich die Benutzer als Mitglieder des Online-Marktplatzes registrieren lassen.

Die Verkäufer legten die Preise für ihre Videos und andere Produkte fest, die sie hochgeladen hatten. Die Käufer zahlten die Preise an die Betreiber und luden die Produkte herunter.

Die Betreiber erzielten nach Angaben der Ermittler einen Umsatz von mehr als 1 Milliarde Yen pro Jahr.

Server im Ausland sind schwer zu finden

Der Marktplatz wurde 2018 eröffnet, wobei die Server im Ausland standen. Alle Unternehmen, die für das Systemmanagement und den Betrieb der Website verantwortlich waren, hatten ihren Sitz ebenfalls außerhalb Japans.

Nach Angaben der Polizei der Präfektur Aichi sind Online-Porno-Videomarktplätze, die auf Servern im Ausland betrieben werden, schwer zu regulieren oder Fakten darüber zu finden. Sie bleiben praktisch unkontrolliert.

Das Internet Hotline Center Japan, das im Auftrag der Nationalen Polizeibehörde im Cyberspace patrouilliert, gab an, im vergangenen Jahr 1.706 Berichte über illegale öffentliche Zurschaustellungen von Kinderpornografie erhalten zu haben. Etwa 80 Prozent der Berichte betrafen Websites mit Servern im Ausland.

Die Organisation für Überlebende der Pornografie und sexuellen Ausbeutung (PAPS) ist eine gemeinnützige Organisation, die Beratung darüber anbietet, wie die Löschung von kinderpornografischen Bildern und Videos im Internet beantragt werden kann.

PAPS-Mitarbeiter sagten, die Gruppe habe mehrere Anfragen bezüglich des Online-Marktplatzes erhalten.

Kinderpornografie auch in Japan unter Strafe

Das Gesetz zum Verbot von Kinderprostitution und Kinderpornografie besagt, dass jede Person, die Pornobilder oder -videos von Personen unter 18 Jahren besitzt mit einer Gefängnisstrafe von höchstens einem Jahr oder einer Höchststrafe von 1 Million Yen bestraft werden kann.

Das Gesetz verbietet auch die Handlung, Kinderpornografie vielen oder nicht näher bezeichneten Personen zur Verfügung zu stellen oder sie in der Öffentlichkeit, auf Websites oder mit anderen Mitteln zu zeigen. Zuwiderhandlungen werden mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren, einer Höchststrafe von 5 Millionen Yen oder beidem bestraft.

Die Strafen gelten allgemein als zu mild und haben kaum eine abschreckende Wirkung. Insbesondere da Kinder in Japan immer öfters durch Social Media Opfer werden.

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