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Home News Kriminalität & Recht Mehrheit der Beschäftigten in Japans Kreativindustrie sind sexueller Belästigung ausgesetzt

Kaum Hilfe zu bekommen

Mehrheit der Beschäftigten in Japans Kreativindustrie sind sexueller Belästigung ausgesetzt

Fast 80 Prozent aller Beschäftigten in der Kreativindustrie in Japan wurden in den letzten 10 Jahren sexuell belästigt.

Laut einer Umfrage sehen sich besonders Frauen, junge Mitarbeiter und Freiberufler der Belästigung ausgesetzt. Die Branchen reichen von Anime über bildende Künste bis hin zu Film und Theater.

Beschäftige haben Angst ihren Job zu verlieren

Für viele der Beschäftigten ist es schwierig, sich zu beschweren und Hilfe zu finden, da sie befürchten müssen, dass sie ihren Job verlieren könnten.

Zu den Belästigungen, die durch Vorgesetzte ausgeübt wurden, gehört neben sexueller Belästigung auch unangemessene Kritik, die auf einer willkürlichen Bewertung der Arbeitsleistung beruht. Da es nur vage Regeln für die Bewertung der Arbeitsleistung in der japanischen Kreativindustrie gibt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, negativ bewertet zu werden, als in anderen Branchen.

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Ein junger Schauspieler schrieb in der Umfrage, dass bei Postproduktionspartys an einer Schauspielschule jüngeren Schülern gesagt wurde, sie sollten ihn kritisieren.

Ein Karikaturist antwortete, dass sein Redakteur mit den Worten „Da das, was du trägst, uncool ist, ist auch deine Arbeit unstylisch“ verspottet hatte.

Eine Schauspielerin schrieb, dass ihr am Tag einer Theateraufführung mitgeteilt wurde, dass ihr Kostüm plötzlich gegen einen Badeanzug ausgetauscht worden sei.

Sexuelle Gefälligkeiten gegen Jobs nicht selten in der Kreativindustrie

Einige Opfer sexueller Belästigung beklagten sich darüber, dass sie sich ausziehen sollten, was mit der künstlerischen Notwendigkeit begründet wurde. Andere schrieben, dass sie unter Druck gesetzt wurden, sexuelle Gefälligkeiten im Austausch für Jobs zu geben.

Etwa 60 Prozent der Befragten waren Freiberufler. Viele schrieben, sie fühlten sich nicht sicher, da sie keine Verträge zum Unterschreiben bekamen und unter unklaren Bedingungen für Beschäftigung und Bezahlung arbeiteten.

Belästigung in der Kreativbranche erregte kürzlich in Japan große Aufmerksamkeit, als bekannt wurde, dass der leitende Kreativdirektor der diesjährigen Sommerspiele in Tokyo vorschlug, das die Modeikone und Komikerin Naomi Watanabe, während der olympischen Eröffnungszeremonie in einem Schweinekostüm vom Himmel herabsteigen solle.

Nachdem die Aussage bekannt wurde, musste er von sein Amt zurücktreten.

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