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HomeNachrichten aus JapanKriminalität & RechtNach Todesurteil für Yakuza-Boss schützt die Polizei Richter und Zeugen

Verurteilter drohte Richter

Nach Todesurteil für Yakuza-Boss schützt die Polizei Richter und Zeugen

Am Dienstag sorgte ein Gerichtsurteil in Japan für weltweites Aufsehen. Vermutlich zum ersten Mal wurde ein aktiver Yakuza-Boss von der Justiz zum Tode verurteilt. Nun wird sich aber Sorgen um die Zeugen und Richter gemacht.

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Die Polizei der Präfektur Fukuoka gab am Dienstag die Anweisung raus, dass die Richter und die Zeugen in dem Prozess Schutz erhalten sollen. Es sollen dafür Informationen vom Hauptquartier mit anderen Polizeistellen ausgetauscht werden, um die Sicherheit der Personen in- und außerhalb der Präfektur zu sichern.

Yakuza-Gruppe wird genau beobachtet

Grund für die Maßnahmen ist eine Drohung des Verurteilten. Der 74 Jahre alte Satoru Nomura, Anführer der Kudo-kai Yakuza-Gruppe, hatte nach der Urteilsverkündung im Fukuoka Bezirksgericht zum Vorsitzenden Richter gesagt, dass er die Entscheidung für den Rest seines Lebens bereuen wird.

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Dazu gilt die Kudo-Kai als besonders gefährliche Gruppe. Es wird befürchtet, dass sich Mitglieder an den Prozessbeteiligten rächen werden. Sicherheitsmaßnahmen gegen das Syndikat sollen deswegen erneut durch die Präfekturpolizei verstärkt werden.

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Etwa 100 Beamten im Schutzmaßnahmenbüro der Abteilung für organisierte Kriminalität sollen die Aktivitäten der Gruppe genau beobachten.

Ein Zeuge wurde vorab bereits eingeschüchtert

Unbegründet sind die Sorgen nicht, denn es wurde bereits vor dem Urteilsspruch ein Yakuza-Mitglied festgenommen und angeklagt, weil es einen Zeugen bei einem Treffen und über das Telefon eingeschüchtert hatte. Das ist im Rahmen des Gesetzes gegen organisierte Kriminalität ein Verbrechen.

Das Todesurteil selbst ist nicht ganz unumstritten. Nomura wurde für Mord und Körperverletzung verurteilt, obwohl er die besagten Taten nicht begangen hat, sondern andere Mitglieder der Gruppe. Er wurde trotzdem für schuldig befunden, weil er die Verbrechen angeordnet haben soll. Beweise konnten dafür allerdings nicht vorgelegt werden. Es wird erwartet, dass Berufung gegen das Urteil eingelegt wird.

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