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Home News Kriminalität & Recht Oberster Gerichtshof bestätigt Urteil gegen Japaner, der seine Tochter vergewaltigte

Der Mann muss für zehn Jahre ins Gefängnis

Oberster Gerichtshof bestätigt Urteil gegen Japaner, der seine Tochter vergewaltigte

Der oberste Gerichtshof bestätigte ein Urteil, das einen 50-jährigen Japaner wegen Vergewaltigung, in Japan als „gewaltsamer Geschlechtsverkehr“ bezeichnet, zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Tochter zeigte sich mit dem Urteil zufrieden, da es für sie einen Abschluss darstellt.

Das Gericht datierte sein Urteil auf den vierten November. Bereits seit März 2019 protestieren Frauen-Gruppen überall in Japan, nachdem das Bezirksgericht Nagoya den Mann freigesprochen hatte. Das Justizministerium musste einlenken und sich für die Verschärfung der Gesetze gegen Vergewaltigung einsetzen, sodass jeder nicht einvernehmliche Geschlechtsverkehr als Straftat geahndet werden kann.

Gericht sprach Mann in erster Instanz frei

Der oberste Gerichtshof musste sich mit der Frage auseinandersetzen, ob sich die Tochter, die damals 19 Jahre alt war, in einem Zustand befand, der es ihr erlaubte, sich gegen die Übergriffe ihres Vaters zu wehren. Nur wenn dies nicht der Fall ist, wird in Japan von gewaltsamen Geschlechtsverkehr als Straftat ausgegangen. Das Bezirksgericht Nagoya erklärte bei seiner Verhandlung, dass die Tochter zwar nicht dem Geschlechtsverkehr zugestimmt hat, allerdings wurde bestritten, dass ihr sexuelle Gewalt angetan wurde. Die junge Frau wurde bereits seit Längerem von ihrem Vater psychisch unterdrückt.

Mehr zum Thema:  Wut über veraltete Vergewaltigungsgesetze in Japan wächst

Bei der Verhandlung stellte das Gericht in Nagoya fest, dass die Tochter bereits in der Vergangenheit gegen Annäherungsversuche ihres Vaters Widerstand geleistet hat, sodass ihr eine gewissen Wehrhaftigkeit unterstellt wurde und man davon ausging, dass sie sich dem Vater gegenüber zur Wehr setzen kann. Dies führte dazu, dass das Gericht entschied, dass die junge Frau nicht in einem Zustand war, der ihr nicht erlaubte, Widerstand zu leisten. Die Staatsanwaltschaft ging umgehend in Berufung.

Das oberste Gericht von Nagoya gab dem Einspruch statt und kam zu dem Schluss, dass die Tochter vollständig unter der Kontrolle ihres Vaters stand. Gleichzeitig stellte das Gericht fest, dass in der vorherigen Instanz nicht anerkannte wurde, dass der Mann seine Tochter bereits seit der Junior High School sexuell missbraucht hatte. Auch ein Psychiater kam zu dem Schluss, dass die Tochter aufgrund des wiederholten sexuellen Missbrauchs durch den Vater am Ende nicht mehr in der Lage war, sich gegen die Vergewaltigung durch den Mann zur Wehr zu setzen.

Frauen protestieren gegen Vergewaltigung-Gesetze

Nachdem der oberste Gerichtshof seine Entscheidung gefällt hatte, wandte sich die Tochter mit einer Erklärung an die Menschen in Japan. Sie sagte, dass es für sie ein langer Prozess war, wobei sich jeder Tag als echter Kampf entpuppte. Endlich sei diese schwere Zeit für sie vorbei. Die junge Frau dankt ausdrücklich allen, die sie unterstützt haben.

Das erste Urteil im März 2019 war nur eines in einer Reihe von insgesamt vier Anklagen, in denen die Vergewaltiger freigesprochen wurden. Diese Urteile führten zu vielen Protesten von Frauen überall in Japan. Überall im Land hielten die Menschen Blumen hoch, um härtere Gesetze gegen sexuellen Missbrauch zu fordern. Das Justizministerium setzte im März 2020 eine Kommission ein, um zu ergründen, ob die Gesetze gegen nicht einvernehmlichen Geschlechtsverkehr geändert werden müssten. Unter anderem soll gestrichen werden, dass die Opfer sich in einem Zustand befinden müssen, der es ihnen nicht mehr erlaubt Widerstand zu leisten. Es soll dann reichen, nicht die Zustimmung zum Geschlechtsverkehr zu geben.

Eine Gruppe, die sich für die Opfer sexuellen Missbrauch einsetzt, ist Spring. Deren Vorsitzender sitzt auch im Expertengremium, das sich für neue Gesetze einsetzt. Er erklärte, dass es aktuell vor allem darum gehe, die großen Unterschiede in der Bewertung durch die Gerichte zu verhindern. Gleichzeitig soll das Bewusstsein in der Gesellschaft dafür gefördert werden, dass nicht einvernehmlicher Geschlechtsverkehr ein Verbrechen darstellt und der Wille der Frau von entscheidender Bedeutung ist.

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