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HomeNewsKriminalität & RechtOpfer des "schwarzen Regens" außerhalb des Gefahrenradius sollen anerkannt werden

Opfer sollen Gesundheitsleistungen erhalten

Opfer des „schwarzen Regens“ außerhalb des Gefahrenradius sollen anerkannt werden

1945 wurden zahlreiche Menschen in Hiroshima nicht nur durch die Atombombe selbst verstrahlt. Durch den radioaktiven Niederschlag, schwarzer Regen genannt, wurde ebenfalls eine große Fläche Land verseucht, wodurch auch die Menschen in den entsprechenden Regionen wiederum geschädigt wurden. Der High Court entschied nun, dass mehrere dieser Opfer anerkannt werden müssen.

Am Mittwoch entschied der Hiroshima High Court, dass 84 Personen als offizielle Atombombenopfer gelten und damit ein Anspruch auf die staatlichen Gesundheitsleistungen haben. Das Gericht stimmt damit dem Urteil des Bezirksgerichts vom letzten Jahr zu. Ob wieder Berufung einlegt werden wird, ist noch nicht klar.

Regierung fordert hochwissenschaftliche Beweise

Die Kläger, die teilweise bereits verstorben sind, waren dem schwarzen Regen ausgesetzt und erlitten deswegen später gesundheitliche Probleme. Allerdings haben sie kein Recht auf entsprechende Hilfe, da sie bisher nicht als Atombombenopfer anerkannt wurden. Grund dafür war ihr damaliger Aufenthaltsort.

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Sie befanden sich alle nicht in den von der Regierung ausgezeichneten Gebieten, in denen es zu diesen Regenfällen gekommen war, weswegen sie angeblich dem radioaktiven Material nie ausgesetzt waren. Deswegen wurden die von den Klägern zwischen 2015 und 2018 eingereichten Anträge für die Gesundheitsleistungen von Atombombenüberlebenden abgelehnt.

Die Betroffenen klagten daraufhin gegen die lokale Regierung und das Gesundheits-, Arbeits- und Sozialministerium. Nachdem das Urteil zugunsten der Kläger gefällt worden war, legte die Zentralregierung Berufung ein, obwohl Hiroshima dagegen war. Es wurde argumentiert, dass hochwissenschaftliche Beweise nötigt seien, um die Angaben der Kläger zu bestätigen.

Da diese von den Klägern nicht vorgelegt werden konnten, wurde ihr gefordertes Anrecht auf entsprechende Unterstützungen als ungerechtfertigt angesehen. Zusätzlich wurde argumentiert, dass selbst wenn sie damals dem schwarzen Regen ausgesetzt gewesen wären, er auf sie keine gesundheitlichen Auswirkungen gehabt hätte.

Gefahrenzone des schwarzen Regens wird neu bewertet

Die Kläger wiesen hingegen darauf hin, dass sie nur ihre durch Strahlung verursachten Gesundheitsschädigung beweisen müssen. Ebenfalls merkten sie an, dass sie sich auch durch versuchte Lebensmittel und Brunnenwasser verstrahlt haben könnten.

Allgemein wurde während beider Gerichtsverhandlungen die aktuell ausgezeichnete Zone für den Regen stark kritisiert und schon beim ersten Urteil galt sie als kontrovers. Am Ende wurde entschieden, dass der Regen vermutlich über das Gebiet hinaus länger gefallen war und dass die Kläger einst durch die Strahlung erkrankt seien.

Aufgrund des Urteils hat im letzten November das Gesundheitsministerium ein Expertengremium ins Leben gerufen, um die festgelegte Zone und die Gesundheitsauswirkungen des schwarzen Regens zu überprüfen. Das Ministerium reagierte damit auf die Bitte der lokalen Regierungen, welche das Gebiet wegen des Urteils vergrößern will.

Das Gremium ist bisher zu keinem Ergebnis gekommen. Es hat aber beschlossen, dass sie auch Klimasimulationen und Bodenuntersuchungen mit einbeziehen wollen. Dazu wird erwartete, dass das aktuelle Urteil ihre Arbeit beeinflussen wird.

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